17.10. – 31.10.17  Peru 5

                                   Cusco – NP Manu – Cusco

 

Besuch der sehr schönen geschäftigen und turbulenten Stadt und Organisation des Ausfluges in den Manu Nationalpark bei der Agentur Bonanza am 25.10.17.

Das Wetter war sehr wechselhaft und wir entschieden uns in der Zwischenzeit eine kurze Rundreise zu machen.

Frisch eingedeckt ging’s der PE 35 entlang nach Huacarpay. Da bogen wir in die PE 28B Richtung Pisac und der Rio Vilcanota begleitete uns durch das schöne Tal. Pisac ist wieder ein aufstrebender Touristenort. Es wird viel im Inka-Stil gebaut. Die Fenster sind trapezförmig und an den Häusern gibt es viele Verzierungen. Marktstände überall und zwischendurch führt die Avenida Federico Zamalloa steil hoch an Terrassenanlagen vorbei zu den Ruinen von Pisaq. Die Inkas bauten auf den baulichen Vorleistungen der Wari nicht nur eine Festung, sondern eine Stadt, die durch Befestigungsmauer, Tore und Bastionen geschützt war. Pisaq war nach Cusco sicher eine der wichtigsten Städte der Inka. Da wir nicht auf dem Platz stehen konnten fuhren wir in einen Waldweg Richtung Amaru. Wir genossen wieder einmal mehr die Ruhe.

Wieder auf der PE 28B ging es an gross angelegten Maisfelder vorbei. Die Leute bearbeiteten ihre Felder mit Rinder, Pickel und Hacke um das Unkraut zu entfernen und die Bewässerungsgräben neu zu ziehen. Man spürt die Nähe zum Machu Picchu. Hotelanlagen und schöne moderne Häuser werden gebaut. Sogar ein Treibhaus voller Rosen war zu sehen. Was uns aber besonders gefiel waren die schön gearbeiteten Holzbalkone und als Glücksbringer stehen jeweils 2 kleine „Stiere“ auf den Dächern.

In Urubamba ging es an Kohlköpfen vorbei auf die PE 28F und der La Convención Richtung Maras, dann nach Moray. Bei Moray befand sich in der Inka-Zeit ein Landwirtschaftszentrum. Wir sahen terrassierte, bis zu 150 m grosse und bis zu 30 m tiefe kreisförmige Ackerbauanlagen mit Bewässerungskanälen und Wassergräben. Der Temperaturunterschied soll 15 ° sein und deshalb wie ein Gewächshaus funktionieren.

Über Maras zurück bogen wir an der nächsten Abbiegung links zu den spektakulären Salineras de Maras ab. Eine salzhaltige Quelle speist hunderte weisser Becken die mit einer Salzkruste eingefasst sind. Die Salzgewinnung erfolgt von Mai bis Oktober. Frauen und Kinder bearbeiten die Becken und schürfen das Salz weg. Einen Monat dauert es, bis sich durch Verdunstung in einem Becken eine Menge von ca. 250 kg Salz gebildet hat. Wir durften da etwas erhöht stehen bleiben und genossen den sensationellen Ausblick auf die Salineras.

Zurück nach Cusco durchfuhren wir wieder eine tolle Landschaft. Hier tragen die Frauen aber keine typischen Kleider mehr, nur noch grosse „Cowboy-Hüte“. Da heute Volkszählung ist kamen wir zügig durch Cusco. Letztmals erlebten wir das in Valpareiso, Chile.

25. Oktober, 5.00 Uhr war Abholzeit für uns beim Camping „Quinta Lala“. Mit einem Bus, 2 Deutschen, 2 Kanadier, 3 Engländer, unserem Guide Alex und dem Koch Cäsar überquerten wir den 4100 m hohen Huachucasa-Pass. Bei Paucartambo 2906 m kurze Besichtigung des typisch folkloristischen Städtchens. Über eine lange Steigung durch die Cordillera ging es bis zum Abra Ajanaco 3580 m hinauf, der die Grenze zum Manu-Nationalpark markiert. Wir fuhren durch dichten mystischen Bergnebelwald steil und serpentinenreich nach San Pedro 1500 m in das Kosñipata-Tal hinab. Es folgt der Regenwald und die Temperatur steigt allmählich an. Übernachtung in der Rainforest Lodge. Auf dem Weg Richtung Atalaya besichtigten wir eine staatlich erlaubte Coca-Plantage. Es gibt dreierlei Qualitäten; 1. die getrockneten grünbleibenden Blätter, 2. die Blätter welche braune Punkte von der Sonne aufweisen und die 3. die braunblättrigen Blätter. Die Drogenpolizei war auch unterwegs, denn die Leute horten Blätter für den späteren eigenen Verkauf. Die Landschaft öffnete sich mehr und mehr und die Aussicht war fantastisch. In Atalaya wurde alles aufs Boot verladen und flussabwärts ging es bis Aguas Calientes, zu einer heissen Quelle. Der Fluss schlängelte sich durch die tolle Landschaft und der Bootsführer hatte alle Hände voll zu tun, die Stromschnellen, Sand- und Steinhaufen zu umfahren. Umgestürzte Palmen und anderes Gehölz liegen verstreut im Wasser und bildeten eigenartige Gebilde, welche die Schildkröten und Vögel gerne zum Sonnen nutzten. Übernachtung auf einem Hochsitz zur Beobachtung der Nacht aktiven Tiere. Wir hatten das Glück eine Baumschlange, 2 Tapire und 2 Hirsche zu sehen.

Um 4.00 Uhr ging’s weiter und wir erreichten die „Zona Reservada“ im Manu River, wo auch die Kontrollstelle ist. Auf dem Spaziergang durch den Dschungel beobachteten wir vielfarbige kleine und sehr grosse Schmetterlinge, Affen, Papageien, Aras und allerlei bunte Vögel. In der Casa Matchiguenka Lodge übernachteten wir zwei Mal.

Casa Machiguenka. Im 20. Jhd. siedelten sich einige Machiguenka-Familien im Manu-Nationalpark (Zona Experimental) an und gründeten die Dorfgemeinschaften von Yomibato und Tayakome. Eine Familie davon darf jeweils im Wechsel für 3 Monate in dieser Lodge arbeiten. Andere werden als Bootsführer eingesetzt. Im tiefen Dschungel leben noch weitere Indigene, die aber nicht besucht werden dürfen.

Am nächsten Morgen besuchten wir die Cocha Salvador. Hier hatten wir die Möglichkeit auf einem Katamaran eine 9-köpfige Otterfamilie beim Fischen und Fressen zu beobachten. Was für ein Geschrei und Geschnatter, die hatten natürlich keine Freude an uns. Bei den Waldspaziergängen sahen wir bis zu 65 m hohe Ceibas, einen Iron-Baum und beim Coco-Baum konnte ich mich leider nicht für die richtige Tafel Schokolade entscheiden. Gewaltig sind die Bäume auch in ihrer Breite und Form. Pflanzen für medizinische Zwecke, zum Essen und spezielle Palmen für den Bau des Hausdaches und vieles mehr. Beim Cocha Otorongo Lake bewunderten wir auf einem Aussichtsturm die sumpfige Landschaft. Hier soll es Anakondas geben, doch keine zeigte sich.

Der 5. und 6. Tag wurde ganz dem Rückweg gewidmet. Leider gab es auch da keine Möglichkeit einen Jaguar zu sehen. Wahrscheinlich ist das Futterangebot zu klein. Im Pantanal in Brasilien ist die Chance grösser Jaguare zu beobachten, denn dort gibt es Capybaras und Kaimane in Hülle und Fülle.

Mit grösster Freude beobachteten wir: ein Faultier, Grey Wolly Monkeys, Black Spider Monkeys, Howler Mankeys, Dusky Titi Monkeys, Brown Capuchin Monkeys, Squirrel Monkeys, Red Howler Monkeys, Andean Potoo, Cock of the Rock, Andean Guan, Kröten, kleinste Frösche, Kaimane, Laughing Falcon, Saddle-backed Tamarin, Corral Snack, Smal Amazon Tree Boa, Raupen, Tarantel, Skorpion Spinne, div. Aras, Gänse, Reiher, viele tolle Vogelarten und eine Capybara-Familie.

Der Ausflug war sehr eindrücklich, fantastisch und grossartig organisiert. Unser Guide Alex hatte ein unglaublich grosses Wissen und der Koch verwöhnte uns mit allerlei einheimischen Leckereien.

Wieder in Cusco angekommen konnten wir für Freitag einen Service-Termin in der Toyota-Garage vereinbaren, denn es gibt ein komisches Geräusch an der vorderen linken „Manchette“. Anschliessend geht es dann nordwärts Richtung Cordillera Blanca.

Noch ein letztes: Hier auf dem Campingplatz zu stehen ist auch interessant. Man sieht verschiedenste Mobile, kleine leichte und grosse schwere Mobile, Eigenbau, Schulbus, div. Bussli etc. Viele Tipps werden ausgetauscht, doch alle haben eines gemeinsam. Jeder schraubt irgend etwas an seinem Mobil herum oder braucht einen Mechaniker.