19. – 28.4.18          Costa Rica 2

                                   Vulkan Irazú – Parrita

 

Frühstück bei Tiffany, nein, nein, Frühstück beim Vulkan Irazú. Man glaubt es kaum, frühmorgens war schönstes Wetter und Punkt 8.00 Uhr öffneten die Ranger das Tor. Der grünblaue Kratersee mit den verschiedenen Felsstrukturen sah fantastisch aus vor allem, weil hier noch nicht alles zugewachsen ist.

An Früchte-, Gemüse- und Kaffeeanbaugebieten vorbei erreichten wir Cartago. Ständige Erdbeben zerstörten immer wieder die alten Gebäude und trotzdem ist es heute eine geschäftige Stadt mit Universität und religiösem Zentrum. Die Basilica de Nuestra Señora de Los Angeles ist der Schutzpatronin Costa Ricas de Negrita, geweiht. 1635 fand das Indianermädchen Juana Pereira eine steinerne Marienfigur. Nach Überlieferung kehrte die Figur zweimal auf wundersame Weise an den gleichen Platz zurück. So wurde 1926 an dieser Stelle die Basilika erbaut.

Auf der stark befahrenen 2 überquerten wir die „Cordillera de Talamanca“ und kommen mehr und mehr in dichten Nebelwald. Es ist kaum vorstellbar hier zu leben aber bei schönem Wetter sieht bestimmt alles anders aus. Beim Mirador de Quetzales im PN El Quezal angelangt standen wir in der wunderschönen Anlage mit kleinen Cabañas, Restaurant und toller Gartenanlage und viele bunte Kolibris schwirren herum. Früh am nächsten Morgen marschierten wir los. Die Quetzales haben zurzeit Junge und sind auf Futtersuche, so bestand die Möglichkeit sie zu sehen. Alles ging sehr schnell, denn am Himmel kreisten Raubvögel die nach Jungvögeln Ausschau hielten. Die Quetzales bauen ihre Nester in einen abgestorbenen Baum und darum rundum sichtbar. Am Nachmittag gingen wir nochmals hin und sahen diesen einzigartig schönen Vogel bei Sonnenschein. Beglückt und zufrieden kehrten wir zurück.

Bei San Isidor de El General bogen wir in die 242 nach Canaan de Perez Zeledon zur „Schweizer Käserei“. Katya erzählte uns, dass das Klima und die Lagerung für die Käseherstellung etwas schwierig sei. Ein Freiburger Käser zeigte ihr wie man diesen herstellt und er schmeckt recht gut. In Rivas nahmen wir die 322 und an schönen Villen vorbei umfahren wir die Stadt und sehen wie der Río General ganz braunes Wasser führte. Weiter südwärts bei Paso Real bogen wir von der 2 ab, überquerten den Río Grande de Térraba und erreichten auf der 237 San Vito. San Vito ist die Hauptstadt des erst 1965 gegründeten Bezirks Coto Brus. Mitte des 20 Jh. gab es hier nur einige verstreute Kaffee-Fincas, ohne Strassenanschluss an den Rest des Landes. Erst als 1951 die italienische Gemeinschaft „Sociedad Italiana de Colonización Agrícola“ einen Vertrag mit der Regierung über die Gründung einer Siedlung schloss, entstand die Stadt San Vito. DK. Also eine junge Stadt die mit Landwirtschaft und Kaffeeanbau schon bald einen wirtschaftlichen Aufschwung erreichte, denn das Klima ist sehr ausgeglichen. Etwas oberhalb der Stadt stellten wir uns zum „Cascata Del Bosco“ Hotel und Restaurant hin. Man ist hier sehr willkommen und darf freistehen, wenn man etwas isst oder trinkt. Wir machten beides und erfreuten uns wieder einmal an einem hervorragenden „Filet mignon“ mit Speck, Gemüse und Kartoffelgratin. Die wunderschöne Fahrt war abwechslungsreich und erstmals sahen wir, dass Ananas im grossen Stil für „DelMonte“ angebaut wird.

Wieder einmal trafen wir Schweizer, Ernst und Bea welche hier ein Cabaña mieteten. Gemeinsam besuchten wir den Botanischen Garten Wilson. Der Garten beinhaltet eine sehr grosse Pflanzensammlung die auch für Forschung und wissenschaftliche Fortbildung genutzt wird. Wir wanderten durch den dichten Dschungel und bewunderten die imposanten grossen Bäume, welche uns auch gleich beim heftigen Regenwetter schützten. Beim gemütlichen zusammensitzen, essen und plaudern verbrachten wir einen angenehmen Abend. Am nächsten Morgen durften wir noch ihre Dusche benutzen. Herrlich. Immer wieder stellen wir fest, dass viele Leute gerne so reisen möchten, denn alles dabei zu haben ist einfach bequem und man ist völlig frei.

Nun ging es weiter Richtung Peninsula de Osa. In der Tiefebene von Ciudad Neily gab es wieder gross angelegte Ölpalm- und Bananenfelder. In dieser Gegend haben sich wohlhabende Amerikaner niedergelassen und die Arbeiter wohnen nebenan in Blech- und Holzhütten.

Wir befahren die „Interamericana“ bis Río Claro. Von da auf der 14 nach Golfito um mit der Fähre überzusetzen. Man erklärte mir, dass die Fähre nicht für Fahrzeuge zugelassen sei... so fuhren wir die abenteuerliche Strecke hinter Golfito bis zur Hauptstrasse hoch. In Piedras Blancas ging es auf der 245 bei heftigem Regen über die gute Teerstrasse nach Puerto Jiménez, dem Hauptort der Osa-Halbinsel und hin und wieder konnte man einen Blick auf den Golfo Dulce werfen. Ab da wurde es wieder sehr abenteuerlich und fünfmal durchfuhren wir Furten.

In den wunderschönen teuren Lodges, hauptsächlich von Amerikaner, Kanadier oder anderen Ausländern geführt, kann man sich verwöhnen lassen. Wir aber stellten uns in eine Nische am Palmenstrand und nahmen am späteren Abend an einer Froschtour bei der Lodge LookoutInn teil. Eine lustige Runde und wir sahen sogar den kleinen grünen Frosch mit den roten Augen.

Wahrscheinlich standen wir unter dem Lieblingsbaum der roten Aras, denn mit Eifer frassen sie die Früchte und spuckten die Reste aus. Gerade als Fredy Fotos machen wollte viel ihm solch ein Stück auf die Lippen, autsch.. Sehr schöne und laute Tiere. Meistens sind sie zu Paaren unterwegs und werden bis 70 Jahre alt.

Wir wanderten im Reserva Forestal Golfo Dulce bis zum NP Corcovado. Weil wir nicht reservierten durften wir auch nicht hinein. Es stellte sich dann heraus, dass die freundliche Dame vom LookoutInn noch etwas reservieren könnte. Was soll’s wir arrangierten uns mit Yeris und sahen den grün-schwarzen kleinen Frosch, Spinnen, Capucchinoäffchen und diverse Vögel, eine bescheidene Auswahl, dafür erfuhren wir viel über Pflanzen und Bäume. Gegen Mittag zogen Wolken auf und es kühlte endlich etwas ab.

Nun wurde es wieder feuchtheiss und wir wollten zu der Bahia Drake. Auf dem Weg sahen wir einen Specht, einen Nasenbären und Brüllaffen, welche einen ohrenbetäubenden Lärm machten. Man muss schon gut hingucken, denn sie sind kohlschwarz und verstecken sich gern hinter den schützenden Blättern. In La Palma bogen wir Richtung Bahía Drake ab und die Naturstrasse führte steil bergauf und bergab und die Furten gingen gerade noch zum befahren. Bei Regenwetter wird da alles etwas mühsamer und ohne 4x4 geht dann gar nichts mehr. Grosse Palmfrucht-Plantagen ziehen an uns vorbei und die Menschen leben sehr bescheiden in ihren Holzhütten, aber alles ist immer sauber.

Die Drake Bay, welche bekannt wurde durch den englischen Seehelden Sir Francis Drake, der hier 1579 bei seiner Weltumsegelung ankerte ist mit schwarzem Sandstrand versehen. Der Ort selber besteht aus lauter Touristen-Angeboten, Restaurants und Unterkünften, ein wild zusammen gebastelter Ort. Wir durften uns bei der Rancho Corcovado hinstellen und gingen dafür Nachtessen.

Blitz und Donner übertönten in der Nacht sogar die starke Brandung und alles ist nass. Oh wehhh, wenn das nur gut geht, denn die Strasse sah auch dementsprechend aus. Ein Motorradfahrer, welcher eine Kiste voller Küchenutensilien transportierte kam gerade bis zur Mitte der steilen Auffahrt bevor er alles ausleerte. Also 4x4 und Untersetzung rein und hoch ging’s. Auf der rutschigen Strasse begegneten uns auch vollgeladene LKW’s und sogar ein 6-achser.... . Ja, überall wo es einen Weg gibt fahren auch die Lastwagen durch, komme was wolle, irgendeine Lösung gibt es immer.

Wieder in Piedras Blancas angekommen nahmen wir die 2 nach Palmar Norte, dann die 34 Carretera Pacifica Fernández Oreamunc nach Ventanas. Alles gute Asphaltstrasse und wir fuhren an Wald, Gestrüpp, Palmfruchtbäumen und etwas Landwirtschaft vorbei. Beim Wild Camping Platz Playa Ventanas standen wir am Pazifik.

Die Küstenstrasse ist gespickt mit steilen Ab- oder Auffahrten zu den schönen teuren Lodges und natürlich säumen einladende Restaurants den Weg. Ölpalmen kilometerweit soweit das Auge reicht, dazwischen die dampfenden Verarbeitungsanlagen. Die Arbeiterhäuser sind alle gleich gebaut, quadratisch ausgerichtet und der grasgrüne Fussballplatz stand zwischen Ölpalmen versteckt im Schatten.

Wir hörten, dass in Parrita das Schweizerpaar Jörg und Inka Moser den Campingplatz Swisspalmgarden betreibt. Natürlich gingen wir hin. Der Platz ist etwa 1 km von der Playa Palma entfernt. Da geht eine erfrischende Brise aber Vorsicht beim Schwimmen, denn es gibt eine starke Strömung. So erfrischten wir uns immer wieder im Pool und genossen den schönen Garten. Weil die Schweizer unterwegs waren, betreuten Lily und Klaus die Anlage. Sie selber bauen sich nebenan ein wunderschön luftiges Haus, ein kleines Paradies.

Es wurde immer schwüler und wir wollen zum Vulkan Poás 2704 m fahren.

Übrigens können wir jetzt in unserem Stübli kein „Table dancing“ mehr machen, denn unverhofft hat sich die Tischblatthalterung herausgerissen. Im letzten Moment konnten wir aber noch unser Bier retten.....