2. – 8.7.2018         Mexiko 2

                                   Río Lagarto – Edzna

 

Recht zügig ging es über Valladolid nach Chichén Itzá. Wir standen vor Pisté beim Hotel Colores Alba, gegenüber der Cenote Ik Kil. Früh am Morgen ging es per Taxi zu der berühmtesten archäologischen Stätte Yucatáns, Chichén Itzá. Eine wunderschöne und interessante Maya-Stätte. Über die Geschichte lasse ich mich hier nicht aus, was aber ins Auge fiel waren die unzähligen Verkaufsstände der Einheimischen. Fast wie auf dem Jahrmarkt. Jeder schleppte einen Handkarren voller Handarbeiten zu seinem Standplatz von denen es zig gab. Verkauft wurden Keramiksachen, Tücher, Masken, Hüte, Silberschmuck, typische Kleidungsstücke etc. Ein gutes Geschäft, denn 1’000ende Besucher besichtigen täglich diese Stätte. Glücklicherweise waren unsere Fotos schon im Kasten als der grosse Besucherstrom einsetzte.

Jetzt aber ab in die kühlende Cenote Ik Kil. Es trifft einem fast der Schlag, denn auf dem Parkplatz standen schon 14 grosse Busse, einige Bussli und PW’s. Was werden wir wohl drinnen antreffen? 25 Meter ging es auf einer Treppe zu dem türkisschimmernden Wasser hinunter. Herunterwachsende Luftwurzeln und ein Mini-Wasserfall verschönerten das Bild. So vergass man beinahe, dass sich etwa 300 Menschen in dieser Cenote tummelten. Ein Wahnsinn. Diejenigen die nicht schwimmen konnten mussten eine Schwimmweste tragen. Trotzdem war es herrlich erfrischend. 

Weiter fuhren wir über Izamal nach Dzilam de Bravo ans Meer. Überall sahen wir Häuser, Weiden und Gärten welche die Leute mit Kalksteinmäuerchen einzäunten. Früher bauten die Mayas ihre Wege auch mit Kalkstein. Beidseitig erstellten sie aus Steinen eine Mauer und füllten die Wege mit geschottertem Kalksteinsand auf. Sie hatten ja keine Fahrzeuge oder Tiere. Die trugen alles am Kopf angehängt, denn den Babys wurde früher die Stirn mit einem Brett so verformt, dass sie später die schweren Lasten besser tragen konnten... 

Zwischen landseitig ausgedehnten, halb verlandeten Lagunenlandschaften und seeseitig gelegenen Salzlagunen beobachteten wir immer wieder die rosafarbenen Flamingos. So erreichten wir in San Crisanto den mit Kokospalmen bepflanzten wunderschönen Campingplatz „Sac Há“. Hier blieben wir ein paar sonnige und heisse Tage. Es gab schattenspendende Unterstände, Dusche, Toiletten und Fliegen. Auch Flamingos flogen auf dem Weg zu ihrem Übernachtungsplatz an uns vorbei, einmal 33 später 51 im Verbund. Wwo, was will man mehr. 

Da sitzt man auf dem Klo mit bester Aussicht auf’s Meer und 100erte Mücken schwirren um dich herum und keine weiss, welche als erste zustechen darf. Der Küstendammstrasse entlang gab es wieder Flamingos, aber auch weisse Pelikane und natürlich wieder sehr moderne schöne Villen. 

Da Rosmarie und Werner auf Pneusuche waren fuhren wir eine andere Route. Besuch des chaotischen einfach gestrickten Dorfes Chucxual in dem gerade Markt- und Chilbitag war. Hier schlug vor etwa 65 Millionen Jahren ein etwa 10 - 15 Kilometer grosser Asteroid ein. Die Folgen davon waren See- und Erdbeben, Flutwellen, Vulkanausbrüche und die lange Sonnenverdunkelung löschte fast das ganze damalige Leben auf der Erde aus, darunter wohl auch die Dinosaurier. Das nahezu kreisförmige Einschlagbecken mit einem Durchmesser von rund 200 km liegt tief unter mächtigen Sedimentschichten begraben und an einem seiner konzentrischen Ringe, wie auf einer Schnur aufgezogen, reihen sich viele Cenoten die später die Mayas nutzen konnten. –HH

Auf der Weiterfahrt sprangen wir noch einmal in der Cenote Santa Rosa in Homún ins kühlende Nass. Besuch der Kathedrale in Mani. Am 12. Juli 1562 war die grosse Plaza von Mani Schauplatz für ein schreckliches Ketzergericht, inszeniert durch den damaligen Bischof von Mérida, Diego de Landa. Er liess etwa 10'000 Mayas umbringen, zerstörte viele religiöse Kunstgegenstände und liess Maya-Handschriften verbrennen...

Wir erreichten die Ruinen von Uxmal und durften da auf dem Platz stehen. Früh am Morgen besuchten wir diese sehr schöne wichtige Maya-Stätte. Ihre Blütezeit war zwischen 800 und 1000 n.Chr. und wurde im Puuc-Stil erbaut. Wir sahen erstmals, dass sie gewisse Tempel gerundet bauten und sie die Anlage dem rüsselnasigen Regengott Chaak widmeten.

Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Hopelchén und kommen wieder in Mennonitengebiet mit ihren grossangelegten Feldern voller Mais, Melonen, Bohnen und Fruchtbäume etc. Das Vieh steht in luftigen Stallungen und die Felder wurden mit grossen Bewässerungsanlagen gespritzt oder über Wasserrohre bewässert. Auch Syngenta blau, rot, grün und gelb ist verbreitet.

Wir waren fast alleine auf der guten 261 unterwegs und erreichten Edzna, eine weitere bedeutende Maya-Stätte. Sie wurde seit etwa 600 v.Chr. besiedelt und ihre Blütezeit war zwischen 600 und 900 n.Chr. Verlassen wurde die Stätte erst um 1500. Sehenswert war unter anderem die 32 m hohe „Grosse Akropolis“ mit ihren fünf Stockwerken. Es wurde uns erlaubt ausserhalb der Anlage zu stehen. Unglaublich viele Mücken surrten um uns und vertrieb jegliche Freude. Dafür aber durften wir ein Nasenbärenrudel mit 6 Jungtieren beobachten.