21. – 25. November 2019

Theotihuacan – Casitas, Golf von Mexiko

 

Wir fragen das letzte Mal nach der Autoversicherung. Da sich immer noch nichts tut, schliessen wir um 12.00 Uhr bei Sue eine ab und fahren endlich weiter. Unser Ziel ist der Vulkan Popocatépetl 5'436 m hoch.

Die letzten Maiskolben werden geerntet, die Körner am Boden getrocknet und die Stängel zu Puppen zusammengebunden. Nun stehen sie überall in Reih und Glied und mit den Vulkanbergen rundherum ergibt das eine tolle Stimmung. Die Luft war geschwängert von Autoabgasen und anderen undefinierbaren Gerüchen. Alles für Autos aller Art und Hausmaterialien werden angeboten. Nicht zu übersehen sind die grossen Stände voller Weihnachtssterne, Christbaumgirlanden und Christbäume. Bis hoch in die Berge kann man sie erwerben. Bei Amecameca biegen wir ab, fahren auf 3'682 m hoch und stellen uns beim Ranger auf den Platz. Wir sehen die Vulkane Popocatépetl, Ixtaccíhuatl und den Iztaccíhuatl, beide 5'230 m hoch.

Der Popocatépetl ist am 4. November dieses Jahres ausgebrochen und stösst jetzt jede Stunde eine dicke Rauchwolke aus. So fahren wir die vulkanhaltige Naturstrasse hoch zum Torre auf 4'040 m, um dieses Spektakel aus nächster Nähe zu beobachten. Was für ein fantastisches Schauspiel. Inzwischen gibt uns Mina Bescheid, dass der Agent die Versicherung jetzt gemacht hat…. Wir gehen nicht mehr zurück. Schade, dass es so gelaufen ist, denn wir fühlten uns sehr wohl bei Mina auf dem schön gepflegten Platz.

Die Fahrt über den Paso de Cortés ist auch nicht ohne, Böppel, Löcher und Wurzeln müssen umfahren werden. Mit 5 – 10 h/km und Untersetzung ist das für unsere Cajita kein Problem.  Es kommen uns nur noch Einheimische mit Bergsteiger oder Verkaufsständen entgegen. Vorbei an sehr urigen mexikanischen Dörfern geht es Richtung La Villa Tercera Sección zu einem Fischteich. Ein wunderschön erholsamer Ort und wir nützen die Zeit, unsere Kiste wieder aufzuräumen und den Tisch zu reparieren, denn wie könnte es anders sein, übersahen wir einen von hunderten von Böppeln. Unzählige Buschstaben-Suppeneinlagen verteilten sich überall…

Im oberen Fischteich entnehmen sie Lachsforellen ab 3 kg. Nehmen sie aus, filetieren sie und legen sie Sackweise auf Eis, um sie in der umliegenden Umgebung an Hotels und Restaurants zu verkaufen. Andere kommen zum Angeln und nehmen ihre Fische mit nach Hause, oder lassen sie braten. Wir selber lassen uns von der Köchin verwöhnen und geniessen diese auf verschiedene Arten. Am Abend gesellen sich noch David und Martin, die beiden Töfffahrer, mit ihren Zelten zu uns. Wenn wir in Vancouver ankommen, sollen wir uns unbedingt mit ihm in Verbindung setzen, denn er weiss bei seinen Verwandten auf Vancouver-Island einen tollen Platz zum Stehen. Das werden wir gerne in Anspruch nehmen. 

Jetzt kommt noch eine selbst erlebte Filmreife Szene der korrupten Polizei von Puebla. Wir fahren durch die Mautstelle und sind uns noch nicht sicher welche Strasse wir nehmen müssen. Somit fahre ich am Rand über die gezogene Linie. Das ist übrigens nirgends ein Problem, so lässt man andere Fahrer besser überholen. Auf diesem schmalen Streifen kommen dann zwei Polizisten auf ihren Motorrädern daher!! Der eine tut so als streife er uns, pfiff und lässt uns anhalten. Stark humpelnd kommt er mit dem anderen auf uns zu und zieht seine Show ab. Das erste Mal lassen wir uns auf einen Deal ein und fragen was er denn wolle. 2'000 Pesos, nach einigem hin und her 5'000 Pesos. Fredy gibt ihm 3'000 Pesos, das sind 150.--, dann lassen sie uns ziehen. Es hätte noch übler ausgehen können, so aber dürfen wir weiterfahren. Im Rückspiegel sehen wir dann, dass er plötzlich wieder normal gehen kann…….

Fahrradfahrer mit Jesusbildern und Ikonen auf dem Rücken sind unterwegs und sammeln an den schwierigen Böppeln einen Obolus. 

Bei dem Kratersee «Laguna de Aljojuca» finden wir einen traumhaften öffentlichen Platz. Vorgängig melden wir uns noch beim Polizeiposten, damit sie wissen, dass wir hier übernachten und sie uns nicht vertreiben. Einige Einheimische kommen hierher zum Baden, Boot fahren, Grillen und zusammensitzen. Eine Grossfamilie lässt sich mit ihrer Musikanlage natürlich direkt neben uns nieder und beginnt zu Grillen. Mmh, schmecken tut es schon gut. Die Polizei macht eine Runde und grüsst freundlich. Um 19.00 Uhr ist nichts mehr los und wir sind ganz alleine. Böllerschüsse sind zu hören, die wir aber nicht gross beachten. 

Nun möchten wir den höchsten Berg, den Pico de Orizaba 5'636 m sehen. Bei der Ausfahrt des Dorfes gibt es einen grossen Menschenauflauf, Busse stehen kreuz und quer und für uns ist die Durchfahrt gesperrt. Einer erzählt uns, dass gestern 10 Personen bestohlen wurden und sie alle Angst haben. Nun blockieren sie die ganze Strasse und warten auf den Präsidenten. Eine schlimme Sache. Er zeigte uns aber einen anderen Weg und so fahren wir Richtung Ciudad Sédan. 

Die Gegend ist eher trocken und die Häuser marode. Von den Haziendas der Spanier stehen nur noch einzelne Teile. Darin ziehen sie Kaktusse und verkaufen dann Blüten und Blätter. Backsteine werden hergestellt, Holz verarbeitet und dazwischen grasen Schafe und Ziegen. Rinder sind eher selten zu sehen. Wir durchfahren eine grosse Maisanbauregion. Viele Mühlen, Silos und Hühnerställe sind darin verteilt. Mit langen Bewässerungsarmen bewässern und spritzen sie das angebaute Gemüse und für die Bauern sind an der Strasse verschiedenartige Anhänger und Aufbauten zum Kauf ausgestellt. Dazwischen und überhaupt gibt es wieder viele sehr gepflegte Verrichtungs-Motels.    

Und hoppla, wieder ein Böppel! Leider sind sie nicht angezeigt und auch fast nicht zu sehen. Alle Gewürze verteilen sich einmal mehr und wie sich später herausstellt, zerbrach die letzte Mescal-Flasche!

Die Umwege, wegen Strassenbau, sind zähflüssig und staubig und die nächste Polizeikontrolle steht bereit unter der schattenspendenden Brücke. Uns lassen sie ohne Probleme passieren. So auf 1'200 m tauchen wir ein in den Nebelwald. Die Luft wird feuchter, angenehmer und tropischer. Zurzeit werden ganze LKW’s voller Mandarinen und Orangen zur Entsaftung in die Cooperativa Agricola gefahren. Auch leckere süsse Bananen verkaufen Familien an ihren kleinen Ständen. Es wird dunkler und im Tiefland sind die Strassen glücklicherweise besser und es gibt auch keine Böppel mehr. Da leben die reicheren Leute in ihren schönen Villen und möchten nicht vom Verkehr gestört werden. So erreichen wir völlig geschafft den Campingplatz «Coco loco» von Martin in Casitas.