5. – 14.12.2019

San Miguel de Allende – Santa Elena bei Atotonilco El Alto

 

San Miguel de Allende ist eine wunderschöne, gut erhaltene Kolonialstadt. 1555 wurde der Ort zur Provinzhauptstadt. Früher war er ein wichtiger Durchgangsort von Mexiko-Stadt zu den grossen Silberminen im Norden. Das Klima ist sehr angenehm und darum ein beliebter Anziehungspunkt für Amerikaner und Kanadier, die sich gerne hier niederlassen. Über Kopfsteinpflaster flanieren wir durch die farbenprächtige Innenstadt und bewundern die stattlichen Häuser mit ihren gepflegten Patios, die vielseitigen Restaurants und eleganten Läden. Die Stadt gefällt uns sofort und wir fühlen uns erstmals gut. Einige Läden sind sehr eng und reichhaltig gefüllt. In den Bars hört man gute Musik und wir setzen uns gerne dazu. Es ist eine teure Stadt, und wir sehen viele Bettler, was wir so nicht kennen und es bedrückt uns ein wenig. 

Im Museum von Allende wird seine Geschichte dargestellt. Ignacio de Allende, 1779 geboren, war ein Unabhängigkeitskämpfer. Ihm zu Ehren, wurde die im 1542 gebaute Mission der Franziskanerkirche, umbenannt.

Wir setzen uns beim Hauptplatz auf eine Bank und beobachten was so läuft. Einmal kommen wir ins Gespräch mit einer Mexikanerin. Sie erzählt uns, dass sie für eine amerikanische Familie putze und 70 – 80 Pesos pro Stunde (3.50 - 4.--) verdiene und sie damit zufrieden ist… Man stelle sich das bei uns vor!

Am Samstag wird geheiratet, was für ein Spektakel. Das erste Paar stammt aus einer reichen Familie und sie fahren mit einer langen Stretch-Limousine vor. Während der Zeremonie wird noch schnell am rechten vorderen Rad herumgewerkelt. Die beiden anderen Paare sind etwas bescheidener, aber alle sind sie sehr elegant gekleidet und die Kirche wird jedes Mal mit frischen Blumengestecken neu geschmückt. Das ist jeweils eine sehr teure Angelegenheit für die Familien, denn da kommen auch zahlreiche Gäste zum Feiern. 

Nebel liegt über dem Stausee und wir kommen wieder an Treibhäusern, dieses Mal voller Erdbeeren, vorbei. Um die Stadt Celaya gibt es Industrie- und Verteilzentren und es werden neue Quartiere voller gleichaussehender Häuser gebaut. Komm da ja nie betrunken nach Hause, denn es könnte schwierig werden den richtigen Eingang zu finden. 

Weiter geht es zu den Monarch-Faltern nach El Rosario. Sogleich werden wir umringt von vielen Kinder. Die einen bieten sich als Guide an, andere wollen uns in ein Restaurant führen und der Kleinste ruft immer Money, Money. Auf dem grossen Parkplatz stellen wir uns zum Übernachten hin und gehen etwas Essen. Beim Bezahlen stellt sich heraus, dass wir mit 29.— schon etwas ausgenommen wurden … In einer langen Reihe vom Parkplatz bis zum Parkeingang stehen fast 200 Verkaufsläden! Eine Person kann jeweils so einen Laden mieten und der wird dann mit der ganzen Familie betrieben. Die einen Kochen andere verkaufen Souvenirs etc. Ein Wahnsinn!

Im «Reserva de la Biosfera Mariposa Monarca» überwintern auf über 3'000 m Höhe die orange-schwarzen Schmetterlinge. Von Südkanada über Amerika fliegen sie 4'000 km weit in die bergigen Wälder von Michoacan und Mexiko. Dort hängen sie sich zu tausenden an die Kiefern-Eichenbäume.

Für den steilen Aufstieg nehmen wir uns 2 Pferde mit Führer. Flott geht es hinauf und wir kommen gerade zur richtigen Zeit. Langsam erwachen die Schmetterlinge aus ihrer Starre und fliegen an die wärmende Sonne und zum Wasser. Von November bis März überwintern sie hier, bevor sie wieder zurück in den Norden fliegen. Die 610 Stufen gehen wir dann zu Fuss, weil es mir auf dem Pferd zu steil erschien …

Weiter geht es durch die tolle Alpenlandschaft auf guter Strasse und wir erreichen unseren nächsten Übernachtungsplatz an der Laguna Larga, wo wir schon einmal standen. Was für ein wunderschöner Tag durften wir erleben.

8° und schönstes Wetter. Wir verlassen das Geothermogebiet, wo überall Dampf aufsteigt, und gehen Tanken. 4 Busse voller Militär der Marine machen da einen Zwischenhalt. Wo die alle wohl hingehen? Über die gut ausgebaute und mautpflichtige Autobahn geht es zügig an schönen Lagunen und riesigen Maisfeldern vorbei. Überhaupt sehen wir nur noch Maisfelder die jetzt abgeerntet werden. Nach 258 km erreichen wir in Santa Elena bei Atotonilco el Alto, Charlys Gourmet Restaurant. Die Anfahrt mit dem Navi ist etwas kompliziert und wir sind gespannt was uns erwartet.

Was für eine Freude, so herzlich willkommen zu sein. Hier wollen wir einige Tage bleiben und Charly’s Gastfreundschaft und seine hervorragende Küche geniessen. Ein weiterer Schweizer war soeben angekommen und vor lauter erzählen, bleiben wir gleich sitzen und richten uns später ein.

Später lernen wir noch Valentin und Sepp kennen, auch Schweizer Auswanderer. Wir staunen und bewundern sie alle, wie sie hier ihr Leben einrichteten. Charly suchte in den 90iger Jahren ein Stück Land und baute sich hier mit harter Arbeit eine wunderschöne Bungalows- und Restaurantanlage und gründete eine Familie. Valentin hatte die Chance eine Mühle zu führen, welche er mit viel gutem Gspüri und Erfolg betreibt und Sepp ist spezialisiert auf die Feineinstellung der Mühlen. Ein gefragter Mann auf seinem Gebiet.

Neben unserem Platz verladen Arbeiter Weizensamen in LKS’s, denn jetzt im Winter ist die richtige Aussaatzeit. Weichweizen wird hier angebaut und Hartweizen wird dazugekauft, so ergibt sich eine gute Mehlqualität.

Fredy fährt mit dem Womi in eine gute Autogarage. Oelwechsel ist angesagt und die Bremsscheiben werden ausgewechselt. Das Knarren unserer «Cajita» macht uns zu schaffen. Fredy löst vorne die Schrauben etwas und wir haben das Gefühl, dass es jetzt besser ist. Hoffen wir doch, denn morgen wollen wir weiterfahren.

Es würde uns sehr freuen, von euch wieder einmal etwas über das Gästebuch zu lesen, denn zurzeit sind nicht so viele Reisende unterwegs mit denen man sich unterhalten kann.