15. – 21.12.2012

Santa Elena – Creel «Lago de Arareco»

 

Nach einer herzlichen Verabschiedung fahren wir bei schönstem Wetter der Sierra de Zacatecas entlang. Zuerst durchfahren wir das Tequillagebiet, wo die Agave sehr kultiviert wird. Es ist auch ein wohlhabendes Gebiet, denn die Häuser sind grosszügig und schön gebaut. Auch die grossen Rinderfarmen bringen einen angemessenen Reichtum. Die Strassen sind gut zu fahren und der Verkehr nicht so stark, alles ist ordentlich und sauber. Wir fahren zwischen 1500 – 2200 m, rauf und runter, meistens durch eine schöne, karge und trockene Landschaft.

Vermehrt gibt es wieder Kakteen und wir sehen Arbeiter mit dicken Handschuhen, die bis zu den Ellbogen reichen, im Feld arbeiten. Jeder der einmal eine Begegnung mit einem Kaktus hatte, weiss wie schmerzhaft die Stacheln sind, denn die haben so einen kleinen giftigen Widerhaken. Wieder in einem anderen Tal pflanzen sie Agaven für den Mescal, den wir ja schon kennen. Wir sehen viele Auto- wie auch LKW-Fahrer die sehr jung sind. Bei uns müssen die Kinder bis zu 12 Jahren im Kindersitz sitzen und hier fahren sie schon mit 15 Autos oder haben bereits die ersten Kinder. Nach dem Führerschein fragt hier niemand….

Besuch der Archäologischen Stätte La Quemada, welche ihren Höhepunkt zwischen ca. 450 und 650 n.Chr. erlebte. Dabei hatten sie mit den Chichimeken oftmals kriegerische Auseinandersetzungen. Die Erde wird wieder rot und um die Stadt Zacatecas erstellen sie Reihenweise REFH. Es geht der Mex 45 entlang und die Polizei wird präsenter, lässt uns aber nach einem kurzen Schwatz weiterziehen.

Wir fahren immer noch auf der Panamericana. An Fresmillo de Gonzalez und Somoreret vorbei, biegen wir bei San Franzisco de Óreganos in den National Park «Sierra de Óreganos». Was für ein fantastisch schöner Ort treffen wir an. Die speziell rot gefärbten Felsen haben ganz bizarre Formen. Daneben leuchten die Felder in gelb-rot-grün, je nachdem was angepflanzt wurde. Dank IOverlander finden wir diesen einmalig schönen Platz! Der Ranger bringt uns Feuerholz und meint, dass wir eventuell in der Nacht Coyoten hören. Wir hören sie zwar nicht, sehen dafür einen eindrucksvollen Sternenhimmel ohne Fremdlicht. Fantastisch!

5° am Morgen und das Dachfenster ist etwas gefroren, aber wieder schönstes Wetter. Wir befinden uns im Militärgebiet und es gibt einige Kontrollen, die aber unbedeutend sind. So erreichen wir Durango.

Durango liegt an einem östlichen Ausläufer der Sierra Madre Occidental. Das Tal ist sehr fruchtbar, hat aber ein trockenes, angenehmes Klima und ist ein regional wichtiges Handels- und Industriezentrum. Früher als Aussenposten der Edelmetallsuchenden Spanier litt die Stadt lange Zeit unter Überfällen der Indianer, vor allem der Tepehuanos. Im 17. Jhd. wurde die Region dann befriedet. «B»

Auf einem Plakat lesen wir, dass im Gebiet von Durango 333 Brücken restauriert werden. Das ist eine gute Sache, denn es ist überall rutschig. Grosseinkauf im Chedrauli bevor wir den «Parque Thématico Viejo Oeste» besuchen. Das ist ein Westerndörfchen, in dem Sa und So, 3 x im Tag, eine Show präsentiert wir, dito wie in Pullman-City. Im YouToub kann man sogar kleine Ausschnitte sehen. Zum Übernachten stellen wir uns in die Pampa hinter der «Rancho John Wayn». In dieser schönen Umgebung mit den tollen Canyons wurden einige Filme mit John Wayn gedreht. Jetzt aber sieht alles etwas abgehalftert aus. 

Fredy baut wieder einmal den Kühlschrank aus, denn beide Wasserstöpsel sind durch die Spalten hinuntergefallen. So können wir auch gleich unser Grossmami-Brettli wieder hervorholen.

Die Mex 45 ist geradeaus gut ausgebaut, aber über den Pass ist es weiterhin eng und ein LKW-Fahrer kam mir ziemlich nahe. Auf meiner Seite ist es felsig und der Strassenrand ausgeleiert. Uff! Nochmals Glück gehabt! Die Ebene zieht sich in die Länge und Breite und es wird Landwirtschaft betrieben. Auf dem Altiplanticie ist es trocken und kalksteinsandig. Gebüsch und Sträucher werden angebaut, damit nicht alles versandet und die Ebenen sind spärlich mit Flusswasser durchzogen. Hie und da sehen wir aber grasgrüne Flächen, die mit weitarmigen Wassersprengern bewässert werden. Dieses Gras wird geschnitten und zu Heu verarbeitet. 80 km fahren wir nun gerade aus, bevor die erste Kurve kommt. Da muss man pressieren, wenn man nach hinten Kaffee kochen geht, um rechtzeitig die Kurve zu kriegen! Unser Übernachtungsplatz finden wir in Canutillo bei Villa Las Nieves, neben dem Museum von Pancho Villa.

Besuch des Museums von General La Villa. Er lebte hier vom 22. Juli 1920 bis 20. Juli 1923. Francisco «Pancho Villa (1878 – 1923) war eine der schillerndsten Figuren der mexikanischen Revolution. Im Jahr 1910 schloss er sich dem bewaffneten Kampf gegen den Diktator Diaz an. Er wollte, dass es dem armen Volk und den Bauern besser geht. 1913 gründete er die «División del Norte», eine berühmt berüchtigte Reiterschar. Sein grösster Triumph feierte er, als er im Dezember 1914 mit Emiliano Zapata in Mexiko-Stadt einzog. Er hatte aber keine politischen Ambitionen und zog sich wieder in den Norden zurück. Im 1923 wurde er mit seinem Kampfgefährten Miguel Trillo erschossen. (B)

Weiter geht es an Eselswagen, zusammen gepferchten Rinderherden und Windräder für die Grundwasserförderung vorbei. Es wundert uns, dass die Häuser keine Kamine haben, denn es wird in der Nacht empfindlich kalt. Alle sind dick und warm angezogen. Einige Leute bieten Fleisch aus der Kühltasche, welche auf der Motorhaube ihres Autos steht, zum Kaufen an.

In Naica gibt es eine Kristallmine. Die möchten wir gerne besichtigen, so fahren wir auf der Mex 24 nach Hidalgo de Parral durch ein grösseres Militärgebiet. Zweimal stehen wir vor einer Militärschranke und es gibt kein Durchkommen. Bei der einten Kontrolle zeigt einer auf den linken Vorderpneu, der an der Aussenseite eine Delle hat. Oh Schreck! Auch das noch. Ohne Probleme helfen sie uns den Pneu wechseln und weiter geht’s über einen längeren Umweg nach Naica. Die nette Dame am Eingang lässt uns ohne Internetanmeldung nicht passieren. Also wenn jemand diese Kristallmine besuchen will kann er sich unter (peñoles.com.mx) anmelden. Schade, so machen wir uns denn auf den Weg unseren Pneu flicken zu lassen. Kurz entschlossen ergibt sich die Möglichkeit in Delicias, bei der «Llantera Reyes», 4 neue Pneus unserer gewünschten Marke für 800.—zu kaufen. Das machen wir gerne, denn wir wollen ja nächstens in die «Barranca de Cobre» fahren. Es wird spät und in der Dunkelheit erreichen wir die «Presa Las Virgenes», unser Übernachtungsplatz, der schön und ruhig gelegen ist.

Die Polizei zieht eine Runde, stört uns aber nicht. Ein freundlicher Mann der seinen Tankwagen mit Wasser füllte, gibt uns auch noch etwas für unsere Cajita. Der Einfüllstutzen ist etwas zu gross, so ergiesst sich das kostbare Nass zur Hälfte auf den Boden. Dann fahren wir zurück nach Parral zum Einkaufen und Tanken. Stellen uns anschliessend beim «Hotel Hacienda del Villa» (Howard Johnson’s), für 200 Pesos zum Übernachten hin. Was man nicht alles mit etwas Geld in die «Extratasche» bewirken kann. Auch hier verbringen wir eine ruhige ungestörte Nacht. 

Ab Hidalgo Parral befahren wir die Mex 24 und es kommen uns einige LKW’s mit dicken Baumstämmen entgegen. In diesem Gebiet wird viel Holz bearbeitet, denn die Berge sind dicht bewaldet. Je höher wir fahren, desto mehr nimmt der Baumbestand zu. Pinienalleen und andere Nadelbäume begleiten uns. Dazwischen sehen wir Weide- und Grasland. Wir fahren auf der Chih 25, Carretera Guachochi, einer unglaublich guten Strasse. Eine fantastische Fahrt, denn die tollen Felsformationen erscheinen in den verschiedensten Farbtönen. 

Auf dem 2'645 m hohen Pass leben viele Indigene, die den Tarahumara’s angehören. Sie leben noch als Halbnomaden und bauen unter anderem auch Marihuana und Schlafmohn an. Bearbeitet und weitervertrieben wird es dann von anderen Mexis. Sie sind auch bekannt als «Rarámuri-Läufer». In einfachen Sandalen oder Barfuss laufen sie mehrtägige Wettrennen. Aber an den Marathonläufen nehmen sie nicht gerne teil, weil die Strecke zu kurz ist!

Zum Schluss führt uns das GPS wieder einmal an der Nase herum. 11 km auf unwegsamer Strasse geht es an den Lago de Arareco zum Übernachten!