31.12. – 4.1.2010

Topolobampo – La Paz

 

Wir werden an den Schalter von Bajaferries geführt und da stellt sich heraus, dass die Fähre schon voll ist. Um 17.00 Uhr sollen wir doch noch einmal nachfragen und der MTC-Schalter wird auch erst dann bedient. So stehen wir etwas ratlos herum und ein netter Taxichauffeur zeigt uns, wo man am Strand ganz lecker essen kann. Gesagt, getan und es ist wirklich lecker! Da findet man nur Einheimische mit ihren Familien, Hotelgäste führen sie hier nicht hin. Ein Riesencocktail und dann den speziellen Zarandeados, welcher auf der Folie gegrillt wird. Um 16.00 Uhr ging’s zurück und wir schauen bei MTC vorbei, und siehe da, wir haben Platz auf der kommenden Fähre! Zuerst wird gewogen, 3'620 kg, dann ausgemessen und den Preis bestimmt. Für alles zahlen wir rund 200.--. Das ist ein guter Preis und wir fahren um 20.15 Uhr auf den uns zugewiesenen Platz, hinter den Schiffskompressor! Dann setzen wir uns mit einigen Crew-Mitgliedern zusammen und trinken ein Bier. Sie erzählen uns, wo sie schon überall tätig waren und anschliessend gibt es Nachtessen.

Der Kompressor schnurrt uns in den Schlaf und um 0.30 Uhr fährt die Fähre Richtung La Paz. Das gute ist, dass wir bei dieser Gesellschaft im Wohnmobil schlafen dürfen, bei der anderen erlauben sie es nicht. 8.00 Uhr Frühstück und um 11.00 Uhr sind wir ohne Komplikationen, nach dem Bezahlen von 186 Pesos Hafengebühr, aus dem Hafen von La Paz gefahren. Das hat alles super geklappt.

Die Baja California ist eine heisse und trockene Halbinsel, etwa 1300 km lang, 45 und 170 km breit. Im Westen brandet der Pazifik an die Küste und im Osten liegt der eher ruhigere Golfo de California. Mexicali ist die Hauptstadt von BC Norte und La Paz von BC Sur. Glutzhitze und Meer haben eine bizarre Landschaft geschaffen. Endlose Kakteen- und Sukkulentenwälder, trockene Flussläufe, grüne Palmoasen und eine canyonzerfurchte Bergkette, die sich wie ein Rückgrat durch die ganze Länge dieses ausgeglühten Landstriches zieht. (HH)

Ja, es ist wieder einmal Silvestertag! Wir fahren an dichten Mangroven und tollen Jachten vorbei. Auch gibt es eine grosse Oeltankanlage. An Hotelkomplexen, Fahrradwegen, Freizeitanlagen, Restaurants, Läden aller Art etc. geht es weiter Richtung Walmart zum Einkaufen. Die neu ausgebaute BCS 286, Carretera La Paz, führt uns 700 m kurvenreich hoch und auf der Carretera La Ventana gibt es einen Knall, als ein LKW uns entgegenkommt. Später stellte sich heraus, dass unser Seitenfenster vom Schlafzimmer weggeflogen und sich in 100 Stücke aufgelöst hat…! 

In El Sargento am Strand haben wir dann einen schönen Platz zum Übernachten gefunden und Fredy klebt erstmals ein Plastikteil ans Fenster, damit es nicht hereinregnen kann. Der Brasilianer neben uns, lässt in seinem Camper dezente angenehme Musik laufen, zu später Stunde aber kommen Einheimische und ab geht die Post bis am Morgen!

Zurück in La Paz nehmen wir die Mex 1, Carretera Transpeninsular. Diese Strasse ist 1’700 km lang und durchzieht die gesamte Halbinsel der Länge nach. Wir biegen aber immer wieder einmal ab und stellen uns an tolle Strände, wie hier in La Ribera, dem öffentlichen Strand. Gewaltige Wolken brauen sich zusammen und leeren sich alsbald über uns aus. 

Bei schönstem Wetter ziehen wir weiter und sehen, dass ausser Fruchtbäumen und Gemüse auch «Rasen» angebaut wird! Dann tanken wir 60 l Frischwasser für 60 Pesos, 3.—und umrunden die Sierra de la Laguna. Die Hauptstrassen sind zwar sehr gut ausgebaut aber gleich daneben gibt es nur noch Sand und alles ist lose. Wir sind unterwegs nach San José del Cabo und die ganze Hotellandschaft, der Tourismus erschlägt uns beinahe. So ziehen wir weiter und sehen doch auch architektonisch sehr schöne Hotels. Natürlich mit einem gepflegten grünen Rasen, blühenden Blumen und Palmen. In Cabo San Luca ist es nicht mehr so mondän. Aber auch hier wird viel gebaut und wir fragen uns wie sie das mit dem Wasser und Abwasser händeln. Später erfahren wir, dass die Hotels eine eigene Wasseraufbereitung und Entsorgung besitzen.

Wir setzen uns am Strand in ein nettes Restaurant mit Blick auf das Meer, die berühmten Felsen, einem Kreuzfahrtschiff, zig Sonnenschirmen, Touristen und vielen Strandhändler. Da wollen wir nicht übernachten und fahren auf der Mex 19, einer Doppelspurigen Autostrasse weiter!! Vor Todos Santos biegen wir ab zum «Estacionamento Pescadores Publico Playa Los Lobos» am Pazifik. Ein kühler Wind peitscht die Wellen ordentlich hoch und die Fischer passen auf, dass sie mit der richtigen Welle auf den Sandstrand geworfen werden. Was für ein Spektakel!

Weit draussen sind Wale zu sehen und alle Fischer stehen am Morgen am Strand und warten bis die Ebbe kommt. Nicht weniger spektakulär versuchen sie mit ihren Bootli’s aufs Meer zu kommen. Wir fahren zurück nach La Paz um einige Dinge zu erledigen. Bei der sehr gepflegten und freundlichen «Lavandaria Lizzy» geben wir unsere Wäsche ab, lassen die Haare schneiden und ergattern eine Kunststoffscheibe. Übrigens beim Coiffeur ging es schnipp-schnapp. In einer halben Stunde war alles erledigt und bezahlt haben wir 200 Pesos, 10.—für beide!

Beim RV Trailerpark «Campestre Maranatha» finden wir einen tollen Platz, bei dem wieder einmal alles stimmte. Saubere Sanitäranlagen mit warmem Wasser, einem tollen Pool und endlich wieder einmal Schweizer. An einem aber hatten wir unsere wahre Freude…