15. – 27.1.2020

NP Laguna San Ignacio – Baja Los Angeles

 

Beim Zurückfahren fragt der eine vom Militärposten, ob wir Canabis dabei haben…. Sehen wir denn schon so aus? Nach San Ignacio durchqueren wir auf guter Teerstrasse die Sand- und Steinwüste und vor den 20 km Waschbrettstrasse lässt Fredy etwas Luft aus den Pneu’s. So ist die Fahrt viel angenehmer und es rüttelt nicht so stark. Bis unter -4m fahren wir durch die flache Lagunenlandschaft und erreichen das Campamento Ecoturismo Kuyima, wo wir uns neben eine Palapa zum Übernachten hinstellen. In diesem Gebiet dürfen sie keine festen Bauten errichten, so steht alles auf Stelzen oder wie das Restaurant auf der anderen Seite, auf einem Muschelboden. Übrigens die Küche ist ausgezeichnet.

In der Nacht ist heftiger Wind und Regen aufgekommen, aber am Morgen beruhigt sich alles wieder und wir gehen voller Freude auf eine Walbeobachtungstur. Leider sehen wir sie auch hier nur von Weitem und wenn, dann nur kurz die Rückenpartie. Auch Junge gibt es keine zu sehen. Etwas enttäuscht kehren wir zurück und hoffen auf mehr Glück, sie in Guerrero Negro besser zu sehen. 

Wir befinden uns in der Wüste von Vizcaínó. Da gibt es Kakteen, Sand, Steine und Treibhausanlagen. Bei der Zeitzonengrenze begegnen uns Seabridgefahrer, die mit Mietmobilen unterwegs sind. Leider sind alle pressiert und winken uns nur zu. Sie machen eine Tour auf der Baja California. Beim Restaurant «Mariscos Paulina» essen wir leckere Camarones und stellen uns im Dorf Ejido Villa Jesús María neben die Kirche. Unsere Cajíta knirrscht, aber wir wissen nicht so genau wo. Acht Hunde streunen um Fredy, als er unter dem Auto werkelt. Die hören wir dann später in der Nacht jaulen.

Von der Mex 1 biegen wir in die Naturstrasse zur Misión San Borja. Nun sind wir Mitten im wunderschönen Kakteengarten, bewundern die Riesen und andere sehr stachelige Arten. Bei der Misión angekommen, begrüsst uns Jose-Angel. Er selbst ist halb Indianer, halb Spanier. Bewahrt und restauriert die alte sehr schlichte Kirche und erzählt uns ihre Geschichte. 

Die Misión de San Francisco de Borja wurde von 1762 – 1823 erbaut. Jesuiten, Franziskaner, Dominikaner und Katholiken liessen sich hier nieder. Früher lebten etwa 2'500 Indianer der Cochimís in der Gegend und diejenigen, die sich nicht bekehren liessen, wurden vertrieben oder brutal ermordet. Am 10. Oktober wird ihnen jeweils an einer Prozession gedacht. Wir übernachten hier und Jose-Angel hat wieder einmal einen zum Plaudern.

Wir fahren im wunderschönen NP del Desierto Central de Baja California. Über die Sierra de San Borja, 580 m hoch, erreichen wir an der BC den «Campo Archelon Baja». Für die 35 km brauchen wir den ganzen Tag! So bleiben wir noch einen zusätzlichen Tag.

Vor dem Wegfahren zieht noch eine grosse Gruppe Delfine vorbei. Es ist immer wieder ein Erlebnis, diese schönen Tiere zu beobachten. Weil es bedeckt ist und über Nacht stark regnete fahren wir auf der guten Mex 12. Bei der Desinfektionskontrolle vom Nord- in den Südteil von BC, bezahlen wahrscheinlich nur Touristen die 20 Pesos. So erreichen wir das langgezogene und schnell aufgebaute Dorf Guerrero Negro. Beim dritten Bancomaten können wir endlich Pesos ziehen und bei «LavaMax» die Wäsche abgeben. So fahren wir über die hintere überschwemmte Strasse zum Hotel und Restaurant «Misión Santa Gertrudis 1776». Eine freundliche Bedienung serviert uns ein hervorragendes Essen. Die restlichen Kilometer nehmen wir locker, denn die Naturstrasse führt der salzhaltigen Lagune bis zum «Ojo de Libre» Campamento, in Guerrero Negro entlang. 

Zu zweit gehen wir auf Walbeobachtung, denn es sind noch nicht viele Leute anwesend. Wir sehen schon ein paar Wale mehr und nach dem Blast ausstossen, wissen wir auch wo sie sich tummeln. Wir folgen einem grossen Wal in unserer Nähe. Plötzlich taucht er ab und unter unserer «Nussschale» durch. Ein unheimliches, bewegendes Gefühl erfüllt uns. Alle Fotoapparate sind verstaut und wir fahren wieder zurück. Plötzlich kommt ein Wal hoch, taucht ab und zeigt seine Flosse! Klick macht’s, aber nur im Kopf.

Wir entscheiden uns, nochmals eine wöchige Rundreise in die Pampa zu unternehmen. Nein, wir kennen noch nicht alle Wege, sind aber schon einige abgefahren. Übrigens die Amerikaner und Kanadier die wir hier treffen, bereisen nur die Insel oder bleiben für 3-6 Monate an der Wärme. 

Das Wetter zeigt sich wieder von der schönsten Seite und so geht es nach dem Einkauf in dem gut sortierten Supermercado, nochmals auf die andere Inselseite. Es ist eine wahre Freude durch den gelb, rot und violett blühenden Blumenteppich zu fahren. Nach Benito Juarez biegen wir ab nach El Arco. Pneu’s markieren die tief ausgespülten Gräben und neben der Strasse bildeten sich kleine Canyons. Der Kakteengarten begleitet uns bis zur «Carmens Cave». Wir klettern zu den versteckten Höhlen hoch und schauen uns die ungeschützten, aber guten Handzeichnungen an und staunen, dass noch nichts vollgekritzelt oder verschmutzt ist. Von der Höhle aus sieht man weit ins Tal hinaus. Alles voller Kakteen und halt, ein munziges, kleines Wohnmobil. Wir bleiben über Nacht. Fredy sucht Feuerholz und so grillen wir unsere mitgebrachten Hühnerbeine am Feuer. Die friedvolle Stimmung geniessen wir bei einem sagenhaft klaren Sternenhimmel und einem guten Glas Wein.

Die Gegend ist einfach schön, abwechslungsreich und steinreich. Über 650 m Höhe geht die Fahrt und dann kommen die überdimensionalen Steinbrocken. «Piedras blancas» werden sie genannt. Bei der «Rancho Escondido» wollen wir übernachten. Señor Oscar, der Besitzer dieser Ranch, lebt schon seit 25 Jahren hier. Die Ranch sieht ähnlich der ersten Siedlereinrichtungen aus. Alles wurde liebevoll aufgebaut oder restauriert. Es finden auch Feste bei Oscar statt, bei denen gross aufgetischt und Musik gespielt wird. Oscar spielte früher in USA, in einer fünfköpfigen Band. So verdiente er sich das Geld um weiter zu bauen. Jetzt befördern sie Sand und stellen Holzkohle her. Ein umtriebiger, gut organisierter und sehr freundlicher Mann. Sie kommen gerade vom Sand aufladen und mit einer grossen Kiste voller Fische heim. Ruck-Zuck wurden die alle im Öl gebrutzelt und wir durften auch davon probieren. Sehr lecker.

Bei schönstem Wetter fahren wir über die 470 m hohe Sand-Stein-Wüste und begegnen einem Amerikaner und einigen Bikern. Viele Waschbrettstrassen sind zu fahren und unsere Cajíta quitscht und knarrt überall. In San Rafael, bei den «The Bluffs» am Golf von California,

bleiben wir für zwei Tage und schauen den vorbeiziehenden Delfinen, Pelikanen, Kormoranen und den reklamierenden Möwen zu.

Fredy fotografiert noch den tollen Sonnenaufgang an der Küste und kommt dann zum Frühstück. Beim Betten fiel die Kamera herunter und der Automatische Auslöser funktioniert nicht mehr. Schrecklich, denn die andere Kamera ist auch defekt. Bei der Weiterfahrt sehen wir noch ein Schild, auf dem steht, dass man den Kuhmist nicht mitnehmen darf… 

Wir freuen uns sehr noch einmal an die Baja Los Angeles zu fahren, denn wir erlebten wunderschöne Tage, aber etwa 9 km vor unserem Ziel kommt der Hammer!!!!