11. – 16.2.20

Tecate – Blythe (Colorado River) Kalifornien

 

Ausser einer Orange haben sie uns nichts weggenommen und auch keine Inspektion im Womi gemacht. Wir möchten gerne länger in der USA bleiben, bekommen aber nur das halbe Jahr gestempelt. Der Zöllner arbeitet strikt nach Gesetz und so müssen wir uns später dieser Frage stellen. 

Wir befinden uns in Kalifornien und fahren auf der 188 Nord und der 94 California East zum «Potrero County Park». Alles ist wunderschön gepflegt und voller Eichenbäume. Im 19. Jhd. wurde die Region von den «Kumeyaay Indianern» besiedelt. Diese Eicheln waren dazumal ihre Hauptmahlzeit. 1868 siedelte Charlie McAlmond, ein Schiffskapitän ins Potrero Valley. Baute eine Farm und züchtete Rinder. Andere folgten, wurden Viehzüchter oder Holzfäller. Das Geschäft florierte in dieser Eichenwaldgegend und breite Pferdefuhrwerke zogen das Brennholz und die Rinde in andere Gebiete. 

In USA ist alles geordnet, gepflegt und das Gesetz ist überall ersichtlich, z.B. Littering, wird bis zu 1000 US$ bestraft. Auch ist alles angeschrieben, wie man sich im Verkehr und überhaupt verhalten soll!

Frost bedeckt den Rasen und wir fahren nach San Diego ins Einkaufszentrum «Albertsons». Hier organisieren wir unsere AAA Jahres-Campingkarte für 108 US$, bei AT&T eine Telefonkarte und Münzgeld für die Waschautomaten. Somit sind wir gut eingedeckt. Einmal mehr sehen wir spezielle Menschen. Sie/Er sieht etwas zerzaust aus, trägt Strapse und geht einkaufen… Weiter führt die Strecke durch schöne Täler und an farbenfrohen Briefkästen entlang. Bei der Border-Kontrollstelle werden wir gefilmt und geknipst, aber Aussteigen müssen wir nicht. 

Vorbei an neu gebauten Quartieren mit grosszügig angelegten Golfplätzen, Park&Ride Parkplätzen, Schneebergen, Rinderfarmen, Gartencenter, Windmühlen und Solaranlagen, erreichen wir Yucca Valley. Die Fahrt ist auf den letzten Kilometern sehr anstrengend. Ein grosser Verkehr ist schnell unterwegs und die vielen Löcher geben noch den Rest. So stehen wir gerne beim «Dessert Sky Motel & RV Park» für 43 US$! Die Dame erklärt, dass im Gebiet von Palm Springs überall die gleichen Gebühren verlangt werden… 

Polizei und Ambulanz fährt vor und geht ins erste Motel-Zimmer. Unverrichteter Dinge ziehen sie wieder ab, denn der Mann kann selbständig ins Auto steigen… 

Bei der Gastankstelle von G&K bekommen wir leider kein Gas, weil die Gasflasche nicht der USA-Norm entspricht. Was immer das auch heissen mag. Er will einfach nicht! Etwas weiter vorne beim «Vagabond Welding» ist das alles kein Problem. Sehr freundlich und hilfsbereit werden die richtigen Adapter zusammengesetzt und schon ist die Flasche gefüllt.

Es wird steinig und erste Kakteen der Joshua-Bäume kommen in Sicht. Mormonische Pioniere, die sich auf dem Weg ins gelobte Land fühlten, benannten das grösste Yuccagewächs, welches sie in der Mojave Wüste fanden, Joshua Tree. Im Park angekommen, kaufen wir gleich eine Jahreskarte für die Nationalparks, 80 US$. Die kugeligen Felsformationen mit den Joshua Trees dazwischen, lassen den Park sehr originell aussehen und wir dürfen mittendrin beim Ryan Campground stehen. Den Reservationszettel füllen wir aus, stecken das Geld in ein Couvert und werfen es in die bereitgestellte Kasse. Somit sind wir berechtigt, auf dem Platz zu übernachten. Auf dem kleinen San Bernardino, bei «Key View» gibt es eine fantastische Aussicht in die Mojave- und Colorado-Wüste bis nach Palm Springs. Weiter im Hidden Valley begegnen uns dann viele Touristen. Einige gehen sogar klettern. Der Park wird gerne für längere Zeit besucht und in der Saison wird der Platz eng.

Beim Durchfahren des Wilson Canyon, fotografieren wir die in der Sonne leuchtenden Cholla Cactusse und bevor wir das Pinto Basin erreichen, hüpft noch der einzige Hase den wir zu Gesicht bekommen, über die Strasse. In der grossen Ebene ist alles voller Sand und niedrigem Buschwerk. Auch die San Andreas Falte zieht sich durch diese Wüste. 

Bei «Thausend Palms Oasis» bewundern wir die riesigen California Fan Palmen. Diese Kalifornische Fächerpalme ist die einzige heimische Palme und sie wächst bis 18 m hoch und hat eine bis zu 5 m weite Krone.

Es geht auf der Dillon Road weiter auf die CA 86 und schon bald sehen wir den Salton See. 1905 entstand dieser See wegen einem Dammbruch bei Yuma. Der Colorado River überflutete die Tiefebene beinahe zwei Jahre lang. Zuerst wurde er ein beliebter Badeort, später liegt der abflusslose See mit 71 m unter NN, ungefähr auf der Höhe des Death Valley. Der Pegel ist stark gefallen und die Wasserqualität nicht mehr gut. Er verschlammte, bekam viel Schilf und viele Fische verendeten, denn er versalzte zunehmend und niemand will mehr darin baden. 

Weisser Sand macht sich bemerkbar und im Seegebiet werden Orangen, Palmen aller Art, Gemüse und Gras gepflanzt. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz sehen wir in Bawley plötzlich den «Palm Lane RV-Park». Just auf dem letzten Platz dürfen wir campieren. Dieser Campingplatz ist vorwiegend mit ärmeren Menschen und Leuten mit Einschränkung belegt. Auch ist es von hier nicht mehr weit bis Mexicali an der mexikanischen Grenze und es wird zum Teil spanisch gesprochen.

Alles was nun kommt ist überdimensional. 1'000 ende Rinder stehen dicht an dicht in Gehegen, Grasflächen, Heuballen, Campingplätze und Golfanlagen. 

Wir erreichen die Algodones/Imperial Sanddünen. Ein bis zu 90 m hoher und 10 km breiter Sanddünenstreifen erstreckt sich von der mexikanischen Grenze in nordwestlicher Richtung bis zu den Chocolate Mountains. Es ist das grösste Dünengebiet Kaliforniens. Auf 2/3 dürfen sich Offroader aller Arten vergnügen. Der letzte Drittel steht unter strengstem Naturschutz und darf nicht betreten oder befahren werden. Wir schauen uns das an und staunen, was da alles abgeht. Riesige Trailer mit Offroad-Anhänger kommen an und bleiben, denn für sie ist es ein spektakuläres Vergnügen. Rings um das Gebiet sehen wir 100erte Camper oder Wohnwagen, die da freistehen um hier Ferien zu verbringen, oder gleich bleiben…  

Wir haben das Gefühl, dass die 78er der Highway der Wohnmobilfahrer ist. Mit viel Tempo sind sie unterwegs und wo immer möglich, überholen dich die Monster-Trailer. Im Fernsehen wurde einmal eine Dokumentation über Quartzsite ausgestrahlt. Diesen Ort wollen wir besuchen, denn hier stehen 1’000ende sehr grosse und geräumige Wohnmobile und Wohnwagen. Alles wird zum Kauf oder Mieten angeboten. Inneneinrichtungsgegenstände, wie auch Reparaturwerkstätten in Hülle und Fülle. Natürlich sind die grossen Einkaufszentren, Gas- und Tankstellen nicht weit entfernt. Wenn man das nicht gesehen hat, kann man das fast nicht glauben.

Wir fahren an den wunderschönen Chocolate Mountains entlang und mmmmh, so ein leckeres Stück Schokolade wäre jetzt auch nicht schlecht.