5. – 25.11.17          Peru 6

                                   Cusco – Namballa Grenze   PE – Ecuador

 

Liebe Leser

Wir waren viel und lange unterwegs da wir die Cordillera Blanca bereisen wollten. Mit 8 – 20 kmh kommt man nicht so schnell ans Ziel wie man gerne möchte. Darum verzögerte sich auch mein Bericht und wird etwas länger.

Nachdem das Auto wieder fit ist zogen wir auf der PE 3S durch die abwechslungsreiche Berglandschaft Richtung Abancay. Viele streunende Hunde waren unterwegs und ich bin froh, dass ich kein Hundefreund bin, denn sonst hätte ich bestimmt einen mitgenommen... Einfach und bescheiden ist die Gegend von Apurímac und die WC- und Duschkabinen wurden gemauert und verputzt. Die Investitionen in diese Häuschen lohnen sich sehr, denn über 30 % der Krankheiten gingen zurück. Immer wieder bestaunen wir die Naturstrassen die sich bis zu den letzten Bergzipfeln hochwinden. Meistens führen sie zu einem Garten und die Wege sind weit und sehr mühsam. Viele Frauen, auch ältere, tragen oft einen Sack voller trockenes Holz mit nach Hause. Die Peruaner sind überhaupt sehr gute und gewandte Läufer, wenn es aber irgendwie geht nehmen sie lieber den Töff oder das Tuc-Tuc.

Wir überquerten den 3900 m hohen Abra Huillque um nach Limatambo zur Inkaruine von Tarawasi zu gelangen. Diese diente zur strategischen Sicherung des Strassenweges nach Cusco. Tiefer im Land gab es Papayas, Mangos, Avocados, Melonen etc. Besichtigung der Ruinen von Saywite. Auf dem halbkugelförmigen Stein werden Berge, Terrassen, Kanäle, Häuser, Tiere und Menschen in typischen Inkatrachten dargestellt.

Wieder kurvenreich auf und ab über den Abra Soccllaccasa 4000 m ging es auf guter Strasse durch eine tolle Heidelandschaft. Fantastische Aussicht und wir wunderten uns, dass noch nichts überbaut wurde. Strom ist vorhanden aber sonst gibt es keinerlei Infrastruktur. Dann 2000 m serpentinenreich bergab und bei fast jeder Kurve lag ein Streuner. Ginster, Gladiolen, Malven, Bougainvillea und Geranien blühen in ihrer vollen Pracht.

Wir erreichten Abancay, die Distrikthauptstadt des Departement Apurínac. Uns gegenüber steht der 5230 m hohe Ampay der Cordillera Vilcabamba. Leider gehört das ganze Departement zu den unterentwickeltsten Regionen Perus. Wir konnten aber überall ungehindert durchfahren und so stellten wir uns an den Rio Lambrama neben den Fussballplatz und dem Schwimmbad.

Um die Brücke zu überqueren mussten wir eine grosse Schleife fahren, so sahen wir das die Leute aus dem Flussbeet Steine zum Zerkleinern holten. Wolken zogen um die Berge und wir fuhren durch die sehr schöne Gegend an Los Angeles, California und Los Americas vorbei. Doppellinien wurden neu gezogen und alle 2 Töggel stand einer da, damit niemand die Linien überfuhr...

Kartoffeln und Mais jede Menge und wir bogen in die PE 3Se um 60 km Naturstrasse zu fahren. Was für ein tolles Erlebnis. Schafe, Kühe spazieren dem Weg entlang und das kleine Säuli durfte auch mit. Im Glockenturm stand ein Wassertank anstelle einer Glocke, auch das ist eine Möglichkeit...

In Belen Anta hielten wir bei einem Kindergarten und verschenkten den daher springenden Kindern unsere Farbstifte. Die Freude war gross und als Dankeschön sangen sie uns zwei Lieder. Natürlich voller Inbrunst. Wir waren auf der AP 100 und Kohl, Randen, Mangold, Zwiebeln, Bohnen, Zucchetti, Paltas, Kürbisse etc. wuchsen in den Gärten und wir umrundeten gemütlich die wunderschöne Laguna Pacucha.

Wieder ging es steil bergauf bis wir den höchsten Punkt, den 4277 m hohen Abra Saracocha erreichten. Anschliessend stellten wir uns am Rio Chakahuacco zum Restaurant La Cabaña. Zuerst spielten die jungen Leute Volley-Ball, später kochten sie und eine nette Dame servierte uns im Womi eine leckere Forelle.

Weiter auf der PE 3S geht es durch abwechslungsreiche Berggegenden nach Ayacucho. 16 km weiter bogen wir nach der Tankstelle in die PE 26B und kommen ins Departement von Huancavelica. Über Licray, oft einspurig, nach Huancavelica. Eine wunderschöne enge und kurvenreiche steile Strasse. Dann nach Huancayo, Jauja und auf der PE 3SA nach Tarma. Einige km weiter besuchten wir die Hacienda La Florida wo wir sehr schön stehen konnten. Diese Hacienda wurde vor ca. 300 – 350 Jahren von Spaniern erbaut. Das gute Klima lockte bald Leute von Lima an. Die Besitzer investierten in die Viehwirtschaft zur Verbesserung der Milchqualität, welche wiederum der ganzen Gegend zu Gute kam. Jetzt bewohnen und bewirtschaften Inge + Pepe die Hacienda. Sie bauten alles schön und gepflegt aus und im wunderschönen Rosen- und Blumengarten, mit den tollen Bäumen und dem Biogarten, kann man sich gut erholen. Selber bauen sie grosse Felder Artischocken an welche sie nach Lima verkaufen. Wieder einmal ein leckeres Gulasch mit Reis zu essen und einen edlen Wein zu trinken genossen wir sehr. Dabei erzählte uns Señora Inge viel Interessantes über die Hacienda.

Über die PE 22B Carretera Central geht es kurvenreich an gross angelegten Blumenfelder vorbei welche sie bis auf 4200 m hoch pflanzen. Wir fuhren auf der PE 3N nach Junin und Huánuco. Dann holperten wir auf der löchrigen, engen und kurvenreichen Strasse von 1900 m auf 3196 m. In einer Nische übernachteten wir ganz erschöpft. Wir dachten, dass wir hier eine weniger befahrene Strecke fahren, aber weit gefehlt. Es war Freitag und alle wollten noch schnell von irgendwoher hinunter ins Tal. Alle waren pressiert und man musste gut auf die rechts kommenden Autos achten. In der Nacht kam starker Regen auf und alles wurde sehr matschig.

Die Gegend ist sehr schön aber bescheiden. Es werden Maiskolben unter dem Dach zum Trocknen aufgehängt und die Frauen tragen Hüte mit getrocknetem Blumenschmuck. Alles ist dreckig und voller roter Erde und die Kartoffeln wurden sehr mühselig von Hand gepflanzt. Neben einer Hütte begattete ein Hund noch eine Sau... Wird es da wohl einen S..hund geben? Sorry! Nun gab es zwei Baustellen, bei der einten warteten wir eine gute Stunde und nach Tingo Chico ging nichts mehr. Wir waren um 14.00 Uhr angekommen und die Weiterfahrt wäre um 17.00 Uhr möglich. So nahmen wir die 20 km abenteuerliche Alternative über die holperige Bergstrasse die nirgends eingetragen ist unter die Räder. Der Arbeiter meinte, dass wir immer links bleiben sollten. Gesagt, getan und wir erreichten nach Pachas die einspurige Asphaltstrasse. Wir kommen in das Departement Ancash und übernachteten in Huallanca neben der Strasse, weil es von hier nur noch über 4000 m hochgeht.

Endlich kommen wir der Cordillera Blanca etwas näher. Vorerst bogen wir bei der Mina Huanzala in die AN 111. Diese Mine fördert Kohle, Erz und Kupfer. Wir fahren über 4474 m und die Landschaft wie auch die Strasse sind fantastisch. Das Gebirge sieht ähnlich wie in den Dolomiten aus und die Lagunas Huachococha, Yanacocha, Canrash, Juytococha, Minascocha, Vinchos, Lucia und die gestaute Laguna Nescafe liegen wie Perlen in der Landschaft. Das ganze Gebiet wird von der Mina Antamina beherrscht. Die Anlage wurde im Jahre 1996 erbaut und ist mittlerweile die zweit- oder drittgrösste Kupfermine. Nun wird die Staumauer der „Presa de Relaves de Antomina“ erweitert und verstärkt.

Nach der Mine begann dann eine schmutzige und mühsame Strasse zur Laguna Pajushcocha. Von da ging die üble Bergstrasse durch die sehr schöne Landschaft so richtig los. Regenwolken zogen über uns und bei San Marcos bogen wir in die AN 110 dem Rio Mosna entlang Richtung Chavin de Huantar.

Die Ruinen von Chavin de Huantar galten als das älteste Steinbauwerk in Peru, die Bauanfänge werden um 1000 v.Chr. datiert. 1919 begann Julio C. Tello, der Entdecker der Ruinen mit seinen archäologischen Untersuchungen. 1945 wurden die Ruinen durch mächtige Schlammlawinen und 1993 teilweise von Hochwasser zerstört. Das Heiligtum besteht aus einem Haupttempel, der über einem Tunnellabyrinth erbaut wurde. Nach der Besichtigung stellten wir uns neben ein Restaurant wo wir auch gleich etwas assen und uns anschliessend mit drei Einheimischen zusammensetzten. Es war lustig und wir übernachteten gleich dort.

Über 20 Böppel ging es durch San Marcos. Bei Pomachaca nahmen wir die PE 14B und kurvenreich ging es auf Asphaltstrasse bergan nach Huari. Ein Dorf kann noch so an einem Steilhang kleben, für Schulen, Krankenstationen und Fussballplätze gibt es immer eine ebene Fläche. Weiter ging es der AN 105 entlang. Regenwolken zogen auf und leider sahen wir nur wenig von der Cordilliera Blanca. Viele Menschen leben hier in Weilern, bauen Häuser, bewirtschaften ihre Gärten und befahren diese üble Strasse. Eine Frau sass vor ihrem Haus und nähte auf einer Singer Tretnähmaschine. Und was kommt uns wohl jetzt noch entgegen? Ein 50-plätziger Bus... Wie der wohl über die sehr steile rumpelige Umfahrungsstrasse fuhr? In San Luis begann starker Hagel- und Regenfall und wir fuhren der Quebrada Tambillo und dem Rio Chucpin entlang. Später übernachteten wir bei einer Kapelle. Neben uns bearbeiteten Arbeiter ein grosses Feld mit einem Rindergespann. Was für eine mühsame Arbeit! Anderntags bekamen die Arbeiter zuerst einen Apfel und somit ging es gestärkt von neuem los.

Wir bogen in die AN 106 und folgen dem Rio Yurma. Eine steinige Bergstrasse führt nach Yanama. Aber Halt! Da lag Geröll von einem Bergsturz. Mühsam wendeten wir, fuhren wieder zurück und ein Einheimischer zeigte uns dann den „Umweg“. Eine ausserordentliche Abenteuerfahrt und wir sahen von Nahem wie die Menschen hier wohnen und leben. Nicht viel später hatten wir wieder einmal einen Platten. Fredy verklebte ihn und so konnten wir weiterfahren. Yanama ist ein gefälliger Ort mit einer ganz speziellen Kirche. Wir stiegen hoch und höher bis wir die Passhöhe von 4700 m bei Portachuelo de Llanganuco erreichten. Nun sahen wir die tollen Berge auch besser. Den 6354 m hohen Cerro Chopicalpi, den Huascarán Sur mit 6768 m höchster Berg Perus und den Huascarán Norte mit 6652 m. Eine unglaublich imposante Gegend. Nach dem Pass ging es auf einer besseren Piste ins Tal zu der Laguna Orkoncocha auf 3850 m hinunter wo wir auch gleich über Nacht blieben.

In Yungay bogen wir wieder einmal auf die Asphaltstrasse PE 3N nach Caraz, unserem nächsten Ziel. Es ist der zweitwichtigste Ort im Santa-Tal auf 2290 m Höhe. Da stehen wir auf dem sehr schönen und gepflegten Camping Guadelup. Hier treffen wir die Schweizer Lilo & Ralph. So blieben wir noch einen zusätzlichen Tag und genossen das gemütliche Miteinander. Auch Wäsche waschen war wieder einmal angesagt. Ihr wisst ja, dass hier alles nur mit kaltem Wasser gewaschen wird!

Von Caraz fällt das Santa-Tal weiter leicht ab. Rechts sieht man den Nevado Santa Cruz 6259 m und das Tal wird immer enger, bis nach 22 km schliesslich im Cañon del Pato die beiden Kordillerenzüge nur noch wenige Meter durch den reissenden Rio Santa getrennt wird. Die Piste führt über ein ehemaliges Trassee der stillgelegten Eisenbahn und windet sich durch 45 Tunnels, die in das rohe Gestein gesprengt wurden. Die Felsen sind teilweise überhängend und es bröckelt immer etwas ab. Alles ist vielfarbig und felsig. Heftiger Wind wehte durchs Tal welcher etwas Abkühlung brachte. In einem Ort sahen wir wie in Peru Hühner geschlachtet werden. Kein schöner Anblick! Bei Chuquicara bogen wir in die PE 12. Sensationelle Fahrt und wir kamen tiefer ins Tal wo sich der Fluss verbreiterte und die Leute Ackerbau betrieben. Paprika, Chili und Mais werden getrocknet. Melonen, Kürbisse, Reben, Tomaten, Papaya, Mango, Bananen, Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Maraquia etc. wuchsen üppig.

In Chimbote sind wir wieder auf der Panamericana und der Verkehr nahm zu, Tuc-Tuc, Bussli etc. versperren überall den Weg dafür konnte man im tollen Supermarkt „Plaza Vea Express“ gut einkaufen. Zum Übernachten fuhren wir nach Santa ins „Complejo Turistico Gemma“ gut und sicher.

Diesiges Wetter und vollgesaugt verzogen sich die Mücken wieder. Die Menschen dieser Region binden Strohmatten zum Verkauf und am Meer entlang stehen viele Hühnerställe an bester Lage! Der Weg führte uns auf der gut ausgebauten Autobahn PE 1N zwischen den sandigen Lomos durch. Jetzt wird die ganze Strecke neu vermessen. Überall versucht man die trockene Wüste zu bepflanzen. Dafür vermischen sie den Sand mit frischem Humus und ziehen Wasserschläuche. Fruchtbäume, Reben, Avocados, Zuckerrohr, Mais etc. werden gepflanzt und ganze Busse voller Feldarbeiter werden auf die Felder gefahren. Ein Arbeiter bekommt 30 Soles = 10.—für einen Tag harter Schweiss treibender Arbeit. Dafür können sie in Gemeinschaftswohnungen leben. In Chao begegnete uns ein Geburtstagsumzug mit Musik und alle sind hübsch angezogen und herausgeputzt.

Die Polizei ist hier aufdringlicher. Zweimal hielten sie uns auf. Einmal wollten sie die Versicherungspapiere sehen. Wir zeigten dem Polizisten die alte und er konnte lesen und sehen in welchen Ländern SA sie gültig ist.  Gut hat er nicht aufs Datum geschaut. Die dritte Kontrolle tricksten wir aus, indem wir vorher wendeten und zum Mittagessen gingen. Das Lokal war gegenüber dem Polizeiposten. Nach einiger Zeit kamen die beiden auf dem Motorrad zurück und sahen uns dort stehen. Sie gingen auch in den Mittag und wir fuhren weiter.

Es folgte eine trübe trostlose Wüstenlandschaft mit viel LKW-Verkehr und Massen von langen Hühnerställen und einem riesigen Zementwerk in Pacasmayo. Anstatt weiter der Küste zu folgen entschlossen wir uns nochmals ins Gebirge nach Kuelap zu fahren. Eine gute Entscheidung. So bogen wir in Pacasmayo in die PE 08. An grossen Reisanbaugebieten welche von Mango- und anderen Fruchtbäumen gesäumt werden und einem Rebbaugebiet, wo die Weinbeeren wieder getrocknet werden, kamen wir vorbei. Viele Esel transportieren die schweren Lasten wie Steine vom Fluss oder Milchkannen zum Abgabeort. Es war Sonntag und die Frauen trugen weisse Sombreros und Handtäschli, die Männer weisse Hemden. Alle warteten herausgeputzt auf den Bus. Die Leute achten sehr auf saubere Kleidung und Schuhe. Büsche voller Goldmelisse blühten am Wegesrand und Geier fliegen, aber nicht über uns, sondern über dem Müll den die Leute das Bord hinunterwerfen. Wir überquerten den 3230 m hohen Abra El Gavilan als wir eine Schar Frauen sahen, welche gemeinsam einen Eukalyptusbaum auf die Strasse zogen.

Die Stadt Cajamarca ist die Schicksalsstadt des Inca Atahualpa. Der wurde hier von den Spaniern ermordet nachdem sie ihm und seinem Volk alles Gold abgeluchst hatten. Am 29. August 1533 wurde er mit dem Würgeeisen hingerichtet. Das war der Anfang vom Ende des Inkareiches. –HH

Besichtigung der Ventanillas de Otuzco. Es wird vermutet, dass in den Nischen vor 1400 Jahren die Toten bestattet wurden. Richtung Celendin kam zuerst eine super Strasse auf welcher junge Rollbrettfahrer mit hohem Tempo heruntersausten und nach Puylucano kommen wir wieder einmal mehr in eine ganz andere Gegend. Es sieht wie bei uns in der Schweiz oder Oesterreich aus. Sehr schöne offenere grüne und rote Landschaft. Tolle Märkte auf welche die Leute mit ihren LKW’s herkamen. Unten sind die Tiere verfrachtet und darüber sitzen die Menschen. So geht das in einem Transport. In dieser schönen Berggegend wird viel Landwirtschaft betrieben und die WC- und Duschhäuschen werden mit Solar beheizt. Wow, in Bellavista war etwas los. Hahnenkämpfe wurden ausgetragen. Da ging es schon heftig zur Sache.

Nach Celendin wird die Strasse einspurig, eng und hoppela! wir hüpfen ganz übel über einen Böppel den niemand sah. Das ist vielleicht wieder eine Geschichte. Der Kühlschrank fiel herunter und alles ist ausgelaufen. Eine arge Sauerei! Wir putzten schon zweimal gründlich und es stinkt immer noch. So legen wir Eukalyptusblätter zum Neutralisieren hinein. Ich bin dann froh, wenn es mit der mitgebrachten Leiterplatte für den alten Kühlschrank wieder funktioniert. Es war gut, dass es nicht so viel Verkehr gab, denn zum Kreuzen wurde es sehr eng. Wir übernachteten neben der Strasse und hofften nicht abgeschossen zu werden.

55 km lang fuhren wir alles in Serpentinen steil und einspurig durch ein schönes Tal. Zwischen dem Gebirge gibt es begrünte Täler und ab 1200 m wurde es heiss, trocken und sandig. Viele Kakteen wachsen und wir überquerten den 3600 m hohen Cerro Calla-Calla, später nach der löcherigen Strasse den Rio Marañon welcher in den Amazonas fliesst. Bei Balsas waren wir schon wieder auf 870 m und kamen ins Kakaopflanzen-Gebiet. Eine nette Dame schenkte mir ein Pack Kakaokonzentrat, selbstgemacht ohne andere Zutaten. Sie schälen die Bohnen und legen sie für 8 Tage zum Trocknen auf die Strasse bevor sie gemahlen werden.

Es sorgt uns schon lange nicht mehr ob uns einer auf der einspurigen Strasse begegnet, wir entscheiden sowieso erst vor Ort. Sogar der Amazonas-Express mit 30 Personen sauste durch. Die tolle Alpenlandschaft ist einfach wunderschön. Nach Leymebamba fuhren wir dem Rio Utcubamba entlang. In diesem engen Tal gibt es viele Bäume mit im Sonnenlicht glänzenden Bromelien darauf. Da es auf dieser Strecke keine Böppel gab fuhren die Einheimischen wie die Verrückten. Fast schoss uns einer ab. Im letzten Moment fuhr er etwas zur Seite sonst wären wir in den Seitengraben abgedriftet. Es ging nur noch 11 km bis zu unserem nächsten Übernachtungsplatz bei der Estanzia El Chillo Nähe Tingo. Ein sehr schöner Ort und wir grillten wieder einmal etwas Leckeres. In diesem Tal werden Kartoffeln, Mais und Weizen angebaut, Rinderzucht betrieben und Bier gebraut.  

Kuélap ist eine grosse Festungsanlage, erbaut aus 100 bis 200 kg schweren behauenen Steinen und liegt auf dem höchsten Bergrücken der Gegend. Juan Crisotomo Nieto entdeckte sie 1843 eher zufällig, noch im selben Jahr fand Ernst Middendorf Knochenreste und Schädel. Datiert wird Kuélap auf das 9.-15. Jhd., die ursprüngliche Anlage schon früher. Durch eine unterirdische Quelle wurde die ganze Anlage mit Wasser versorgt. Im Innern gibt es mehrere Stadtviertel mit über 400 ovalen bis runden Steinhäusern, deren Mauern mit geometrischen Mustern verziert sind. Die Chachapoya lebten hier und die Inka konnten sie nie richtig unterwerfen, ständig musste mit Unruhen und Aufständen gerechnet werden.

Unser Platzwart fuhr uns zur Zahlstation in Tingo Alto denn wir wollten mit der neu erstellten Telecabinas (Seilbahn) hochfahren. Zuerst bekamen wir eine Nummer. Irgendwann standen wir dann zum Zahlen an. Ein Riesenpuff. Die Guides wollten alle vordrängeln wie auch diejenigen die keine Nummer hatten. Nach reklamieren bemühte sich dann ein Verantwortlicher, dass etwas Ordnung in die ganze Sache kam. Für 2 Tickets bezahlten wir 40 Soles und mussten noch den Pass zeigen, denn alles wurde fein säuberlich eingetragen. Dann durften wir mit dem Bus zur angegebenen Zeit zur Seilbahnstation hochfahren. Seit 2017 fährt die von Franzosen erbaute Seilbahn von 2272 m in 4 km auf 2930 m hoch. Den steilen Aufstieg bewältigten wir mit einem Reitpferd, machten zu Fuss eine Runde und staunten wie die Leute damals einen so verschlungenen Ort fanden.

Wir lasen im Reiseführer, dass wir in Moyobamba blühende Orchideen sehen könnten. Über Pedro Ruiz nach Rioja ging es erstmals übers Gebirge an steil aufragenden und überhängenden Felsen an der Laguna Pomacochas vorbei. Es wurde schwül-heiss und der Dschungel verdichtete sich. Auch die Häuser wurden luftiger aus Holz gebaut. Im Untergeschoss gibt es allerlei und im ersten Stock wohnen sie und hängen ihre Wäsche an den Balkonen auf. Über den Mittag kam Regen auf und alles ist mystisch verhangen. Wir stehen im Yacuma Reserve. Eine tolle Anlage mit Restaurant und Weiher. Obwohl die Leute vom Restaurant schliessen wollten bekochten sie uns noch mit einem feinen Essen. Die vielen Fischreiher suchten sich einen Übernachtungsplatz in den Bäumen und der Nachtwächter passte auf uns auf.

In der Gegend um Rioja wird unglaublich viel Reis von Hand angebaut. Auch sahen wir kleinere und grössere Backsteinfabrikationen. In Moyobamba wollten wir zuerst den Botanischen Garten besuchen. Den gibt es aber nicht mehr. So fuhren wir über die SM 100 Almirante Grau nach Waqanki. Eine sehr schöne Privatanlage. Leider blühten fast keine Orchideen obwohl es unglaublich viele verschiedene Sorten gäbe. Etwas enttäuschend, sind wir doch extra ca. 200 km weit gefahren! Dafür konnten wir die putzigen Kolibris beobachten.

Jetzt aber wollen wir endgültig Peru verlassen und fahren zurück. Bei der Laguna de Burlon bleiben wir über Nacht und geniessen ein kühles Bier am schönen See. Es ist sehr schwül-heiss in unserem Womi. 33 ° wir konnten fast nicht schlafen, dann aber kühlte es auf 31° ab! Schon war es etwas besser...

Sandkalkstein-Gebirge begleitete uns und wir sahen wie die Hühner transportiert werden. Die werden lebendig in luftige Kisten verfrachtet und an ihren Bestimmungsort gebracht. So brauchen sie keinen Kühler. Wir kommen nun ins Kaffee-Gebiet. Überall könnte man Säcke voller Bohnen kaufen. Auch schön geschwungene Reisfelder wie auch Papayas, Mangos, Kokosnuss, Mais, Ananasfelder begleiten uns. Die Früchte sind jeweils schön auf den kleinen Verkaufsständen zum Verkauf aufgeschichtet.

In Jean ging es zwirlig zu und her. Unglaublich viele Motocarro (Tuc-Tuc) fahren kreuz und quer. Ich suchte noch ein Mückenmittel, ging etwa in 10 Farmacias oder Boticas fand aber nichts was ich suchte. So versuchten wir es im Supermarkt von San Ignazio wo wir fündig wurden. In einem Restaurant an der Strasse assen wir Reis mit Kutteln und Gemüse. Ja, man konnte es essen. Bis zur Grenze durchfuhren wir grosse Kaffeeplantagen welche so zwischen 700 – 1300 m hoch liegen. Nun erreichen wir die Peruanische Grenze in Balsa. Alles verlief gut und um 16.00 Uhr standen wir zur Einreise nach Ecuador bereit.

Wir sind dankbar, dass wir dieses interessante, wunderschöne und kurvenreiche Land auf vielen gut ausgebauten wie auch Naturstrassen bereisen durften. Die Leute waren überall hilfsbereit und freundlich. Auch die Polizeipräsenz war kein Problem, wir fühlten uns wohl und sicher. Nur, meinen „Peruaner“ musste ich manchmal ermahnen, denn er übernahm sehr schnell deren Fahreigenschaften.

Als Letztes! Variante zur Autopneu-Entsorgung. Man nehme alte Pneus fülle sie mit Stein und Mörtel und pflastere alles zu einem Gartenzaun zusammen.