18. - 20.5.18           Nicaragua

                                   Peñas Blancas – El Espino

 

Weil wir uns nicht Online beim nicaraguanischen Zoll anmeldeten ging es mit etwas mulmigen Gefühlen Richtung Grenze. Die Ausreise von Costa Rica war zwar schnell erledigt und auf der anderen Seite warteten schon viele geschäftstüchtige Helfer. So nahmen wir einen der uns an die richtigen Stellen begleitete, die Formulare ausfüllte, die Versicherungspapiere organisierte und in 2 ½ Stunden passierten wir um 60 $ erleichtert die Grenze. Weil alles so hektisch war machte dafür der Geldwechsler noch ein gutes Geschäft mit uns. Was soll’s. Hauptsache wir konnten in Nicaragua einreisen. 

Am Freitag verhandelten die Demonstranten, Studenten, div. Gruppierungen und kirchliche Institutionen mit der Regierung. Diese Gelegenheit nutzten wir natürlich um so schnell wie möglich durchzufahren. Die ganzen Unruhen und Ursachen kann man bestimmt irgendwo nachlesen. Ich möchte mich hier nicht darüber äussern. Schade für das wunderschöne und interessante Land, welches schon gut vom Tourismus leben kann. 

Für uns gab es 3 kritische Stellen. Bei Rivas fuhren wir an einer drei Kilometer langen Lastwagenkolonne vorbei ins Dorf und anschliessend wieder auf die Hauptstrasse. Das zweite Mal probierten wir das vor Jinotepe aus. Hier trafen wir auf die demonstrierenden Studenten vor der Auffahrt zur Hauptstrasse. Sie liessen uns ungehindert einfädeln und das dritte Mal vor Diriamba, nochmals an einer langen LKW-Kolonne vorbei standen wir an vorderster Front. Alle Demonstranten waren vermummt und die einten mit Stahlrohren ausgerüstet aber alles verlief friedlich. Einer erklärte uns, dass die Barrikade in etwa 10 Minuten aufgelöst würde und wir durchfahren könnten. Sie freuten sich, dass wir trotz der Unruhen im Land sind, sagten aber dass es gefährlich wird wenn keine Übereinkunft mit der Regierung erzielt wird. Sprich Absetzung von Ortega oder Verbesserung der Zustände. 

Da wir nicht über Managua fahren wollten nahmen wir nach El Crucero die kleine weisse Strasse welche über einen Bergkamm führte. Die tolle rumpelige, enge, steil auf- und abfahrende Abenteuerstrasse war mit Büschen und Bäumen versehen und durch Bachbettstrassen und Müllhalden erreichten wir schlussendlich die NIC 12. Dazwischen wohnten die Menschen in armseligen Hütten welche uns immer wieder zuwinkten und hin und wieder erhaschten wir einen tollen Ausblick auf Managua. 

Weiter ging es Richtung La Paz Centro und hinten herum über die NIC 22 durch die unglaublich schöne Vulkanlandschaft nach Malpaisillo. Der NIC 26 hoch, dann nach Sébaco wo wir etwas ausserhalb beim „Casahotel Sanjose“ stehen durften. 

Das Land selber ist sehr einfach und die Hütten und Häuser auch wieder bescheiden. Es wird mit Pferde- und Ochsenwagen gearbeitet und viele Fahrradfahrer oder Tuc-Tuc’s waren unterwegs. Mais, Zuckerrohr, Windräder, Kaffee, Bananen, Papayas, andere Fruchtbäume und wenig Gemüse wird angebaut. Viel Weideland, später Reisfelder und Tabakfelder. Der geerntete Reis wird grossflächig am Boden zum Trocknen ausgebreitet und später als Reissamen verkauft. Oftmals sahen wir, dass die Menschen ihr Wasser aus einem Ziehbrunnen holten und die Wäsche wieder am Fluss wuschen. Ziegelsteine wurden gebrannt welches wir in Costa Rica nicht mehr sahen. Da waren die Häuser vorwiegend mit Blechdächern bedeckt. 

Wir wollten nochmals vor der Grenze übernachten und fuhren deshalb über Estelí, der Universitätsstadt. Sie ist eine Sandinisten-Hochburg und wichtiges Handelszentrum für die Bauern. Auch findet man hier die hervorragenden Zigarren. Bei Somoto fuhren wir in die Granitlandschaft des Cañon de Somoto. Ganz zu hinderst und neben dem Río Coco durften wir uns auf den Campingplatz bei der „Quinta San Raphael“ hinstellen. Ein Traumplatz.

Gut mussten wir für die Durchfahrt etwas warten, denn in Managua, Estelí, Diriamba und Juigalpa gab es Grosskundgebungen. Pflastersteine rissen die Demonstranten aus den Strassen und bauten damit eine Blockade, so gab es fast kein Durchkommen mehr. 

Wir wünschen diesem wunderschönen Land, dass es schnell wieder zur Ruhe kommt und die liebenswerte Bevölkerung zufrieden in die Zukunft schauen darf.