10. – 15.6.18          Belize 2

                                   Belmopán – Hopkins

 

Wir nahmen die Fensterrahmen auseinander und putzten 4 Stunden. Alle waren voller Termittenflügel und Käfer und es roch schon etwas unangenehm. Was für eine Arbeit. Nein, wir haben keine Ferien.... Alles war erledigt und ein Arbeiter brachte uns eine köstliche Kokosnuss zum Trinken, später noch eine trockne zum Essen. Wie liebenswürdig von dem Mann. Er geht wie „Popey“ und war ein richtiger „Schnüggel“. Anderntags fragte er schon morgens früh, ob wir wieder eine Kokosnuss möchten. Claro.

Tschau Mami sagte er mir als wir diesen wunderbaren Ort verliessen. Das ist eine liebenswerte Bezeichnung für eine ältere Person. Im Conveniencio Store begegneten wir ihm noch einmal und Freddy bezahlte ihm seine Sachen. 

Auch er, wie viele hier, kam aus Guatemala. Seine Eltern waren von San Salvador und Guatemala. Er bekam hier Arbeit und seine Frau unterrichtet als Lehrerin in der näheren Umgebung. Ein unglaublich aufgestellter fröhlicher und arbeitsamer Mensch. 

Es folgte eine Orangenplantage an die andere. Unterbrochen wurden sie nur von Dschungel oder einer Früchteverarbeitungsanlage. Dann erreichten wir das „Blue Hole“ im Land. Dies ist ein mit Wasser gefüllter Kalksteinkrater welcher von den unterirdischen Nebenflüssen des Sibun River gespeist wird und blau schimmert. Weil es nun oft regnete war das Wasser nicht mehr so klar. Auf jeden Fall ist hier die Temperatur immer angenehm und man kann im kühlen Nass baden. 

Weiter ging es zum Nationalpark Mayflower Bocawina wo wir campierten. Kleine Wanderung um die gefundene aber noch nicht ausgegrabene Maya-Stätte. Leider gab es wegen der Regenzeit auch kein Durchkommen zu den Steelen. 

Röllele, röllele, röllele war angesagt. Nein, nicht was ihr denkt. Beim „hinhocken“ zum „bisle“ bekommt man die Unterhose fast nicht mehr hoch.... Es war, wie jeden Tag, nur noch schwül und am Morgen in der Früh klebte schon alles und ist verschwitzt. Sehr unangenehm aber man gewöhnt sich langsam daran.... Auf dem Rückweg begegneten wir noch einer Wildschweinfamilie. Gut, dass ich meine Hose noch rechtzeitig hochziehen konnte.... 

6 Wasserfälle befinden sich in diesem NP. Wir wanderten zum Bocawina-Fall und als wir zurück beim Restaurant waren wollten wir es wissen, denn Ziplinen ist hier möglich. Nach der Anmeldung ging es los auf die erste Plattform und nach kurzer Anleitung schnallten wir uns an und ab ging die Post, mal schneller, mal langsamer. Was für ein tolles Erlebnis. Wir genossen die unglaublich friedliche Stimmung und Ruhe in diesem NP.

Es war bewölkt und wir fuhren ans Meer. Die Friedhöfe werden in diesem Land nicht mehr gepflegt und das schnell wachsende Gras überwuchert alles. An Fächer- und Kokospalmen, Schaf- und Rinderherden vorbei bogen wir bei Santa Cruz Richtung Reversdale ab und sahen ein Schild mit dem Hinweis, dass hier Bananen mit Unterstützung der EU gepflanzt werden. Das schauten wir uns an. Bei der geschlossenen Barriere meldete uns der Wärter in der Plantage an. Zuvor sahen wir nirgends Bananen aber die nette Dame der Plantage erzählte uns, dass vor allem an den Flüssen, wie hier am South Staan Creek, die Bananen gut wachsen, weil genügend Wasser vorhanden ist. Wanderarbeiter aus El Salvador und Guatemala ernten in schweisstreibender Arbeit die grünen Bananen der Sorte „Grande“, welche nach Irland und England exportiert wird.

Am Kopf befestigt zieht einer eine ganze Reihe Bananenstauden bevor sie dann weiter für den Transport bearbeitet werden. Für diese Arbeit bekommen sie etwa 40 B$, das sind 20 US$ und wohnen in bereit gestellten Unterkünften.

Die Stauden sahen alle bläulich aus und sind bestimmt voller Chemikalien. 

Von Riversdale ging es über einen Damm Richtung Placencia. Ein „Hammerschlag“ denn diesem Damm entlang bauen sich vor allem Kanadier und Amerikaner schönste moderne Villen mit toller Umgebung und natürlich einem Schiffsanlegeplatz. Unglaublich.... Wir kamen uns völlig deplaziert vor. Viele Rentner bauen sich ihren Alterssitz und fliegen für 2 – 3 Wochen nach Hause in die Ferien.

Bei dem wunderschönen Hotel/Restaurant Mariposa standen wir für 2 Tage, genossen die süffigen Drinks, das hervorragende Essen und die Liegestühle am Pool und am Meer. Am nächsten Morgen besuchten wir dann die quirlige auf Touristen ausgerichtete Stadt Placencia. Leider ist die Fähre über die Placencia Lagoon nur für Fussgänger passierbar. So fuhren wir über den Damm zurück und bei Santa Cruz folgten wir dem Southern Highway. Etwas langweilig bis wir ins Departament Toledo kamen. 

Richtung Silver Creek folgten wir der abenteuerlichen Naturstrasse durch kleine Dörfer der Q’eqchi’ und bei San Miguel ging es weiter zu der auch noch nicht ganz ausgegrabenen Stätte von Lubaantun. Es folgten San Pedro Columbia, Mafredi, San Antonio mit der schönen Steinkirche und der grössten Mopan-Maya Gemeinschaft. Die Kinder tragen schmucke Schuluniformen und alle schauten uns staunend nach. Nach Santa Cruz übernachteten wir beim Río Blanco NP. 

Das erfrischende Bad beim Wasserfall war ein Genuss und wir besuchten anschliessend Pueblo Viejo. Hier leben die Mopan noch ohne Strom, sind aber nicht mehr traditionell gekleidet. In der Region wird Kakao angebaut und die letzten Bohnen trockneten auf dem Boden. Mais wird auf den abgebrannten Feldern gepflanzt und die Wäsche im Fluss sauber geklopft. Die gute Strasse führt bis an die Belizisch-Guatemaltekische Grenze, dann ist Schluss. Irgendwann einmal soll es eine Verbindung geben. Kleiner Abstecher bei Mafredi nach Blue Creek wo der Fluss noch blau sein sollte....  die Wiese mit Rasenmäher gemäht wird und Waschmaschinen vor den Hütten standen. 

Nun sind wir im Gebiet der Garifuna. Richtung Punta Gorda wurde viel Reis angebaut und die Felder mit grossen Maschinen bearbeitet.  

Besuch der Hafenstadt Punta Gorda. Diese Stadt wurde für die Garifuna gebaut welche im Jahr 1832 aus Honduras einwanderten. Die Bevölkerung besteht immer noch mehrheitlich aus Garifuna, aber auch Kreolen, Q’eqchi’ Mayas, Amerikaner, Briten, Kanadier, Chinesen und Ostinder liessen sich hier nieder. Ein bunter quirliger Haufen und die Häuser dementsprechend. Auf einer Bank wechselten wir die grösseren Noten, denn nirgends bekam man Wechselgeld zurück. Da standen Chinesen mit ihren dicken Bündeln Noten. Die wurden 2 und 3 mal durchgezählt ob auch alles stimmt..... Eine langwierige Angelegenheit, musste der Bänkler nach der Maschinenzählung nochmals alles von Hand zählen! Auch trafen wir wieder Mennoniten mit Pferd und Wagen, die in der Umgebung wohnen und im Ort ihre Waren verkauften.

Dann fuhren wir zügig Richtung Hopkins. Da wollten wir Hummer essen und übernachten.... aber alles kam anders.....