29.7. – 2.8.18         Mexiko 7

                                   Zipolite - Acapulco

 

Es war sehr heiss und schwül und die Leute warten sehnsüchtig auf Regen, denn langsam trocknet alles aus. Am Morgen gab es jeweils etwas Wolken die sich gegen Mittag wieder verzogen. Nach La Ventanilla befuhren wir die untere Strandstrasse, die voller Touristen, Läden, Restaurants und Hotels war.

Wir besuchten die Cooperative „Lagarto Real“ und unternahmen eine geführte Paddelbootstour in der Mangroven-Lagune. 2012 zerstörte der Hurrikan „Carlota“ ganze Gebiete dieser Lagune. Die Cooperative bemühte sich sehr um die Wiederherstellung der Mangroven-Landschaft indem sie die Pflanzen selber zogen und sie im zerstörten Gebiet wiedereinsetzten. Hier ist der Sand schwarz und sehr mineral- und eisenhaltig. Die Bootstour war unglaublich schön und friedlich, kein störender Motorenlärm. So paddelten wir in der Süsswasserlagune an dem über 4 m langen männlichen Krokodil vorbei, sahen junge vor kurzer Zeit geschlüpfte Krokodile und neugierige sich sonnende Iguanas die sich ein „Leckerli“ erhofften. Es gibt hier zwei Arten von Iguanas, die schwarzen etwas Aggressiven und die grünen zutraulicheren. Wir trafen noch den Vater unseres Guides mit einer Menge frisch gefangener an einem Stecken aufgereihter Fische. Eine mexikanische Familie bestellte für sich und uns sechs Stück. Die Hälfte assen wir nach der Bootstour und überliessen die andere den Familien. Zum Übernachten durften wir bei der Cooperative bleiben und hatten es sehr gemütlich und ruhig. Die Leute waren sehr freundlich und freuten sich, dass wir bei ihnen blieben. So kommt doch etwas Geld in die Gemeinschaftskasse und sie müssen keine Schildkröten mehr fangen.

Wir schliefen ausgezeichnet und am Morgen sahen wir, dass jeder seiner Arbeit nachging; Platz Rechen, WC und Dusche reinigen, Arbeiten in der Gärtnerei, Touristen abholen, Bootstour führen, Parkplatzmarkierung frisch nachziehen, Tortillas backen, diese austragen, Artesaníastand einrichten, den Garten giessen etc. und dann ab in die Hängematte.

Der nächste Hurrikan kommt bestimmt und deshalb wunderte es uns immer wieso sie ihre Hütten und Unterstände so nah ans Meer bauten. Die luftigen Restaurants und Hütten mit ihren ausserhalb liegenden Küchen sind nur mit Strohdächern bedeckt. Da fliegt doch alles wieder weg! Die meisten neuen Häuser werden jetzt aber aus Backstein gebaut.

Die Mex200 oder Panam war von schlecht bis sehr gut zu befahren und an vielen Stellen im Ausbau. Oft sahen wir grosse Felder voller Papaya’s und ich fragte an einer Stelle wo sie einen LKW beladen wohin denn diese Früchte gehen. Sie exportieren sie in die USA, aber auch nach Mexiko-Stadt. Eine davon aber schenkten sie uns. Weiter ging es an Spanisch-Nüssli Felder und einer Rösterei vorbei. 

Abstecher zur Playa Roca Blanca wo wir leckere Langusten assen. Man könnte auch hier übernachten aber wir wollten weiter. Wir sahen Maribus die in Tümpeln standen, abgehangenes Fleisch an einer Schnur und „Pappolizisten“. Die schön gestalteten Pickups mit Blachen über der Ladefläche sind entweder mit Stühlen oder Bänken ausgestattet. So können gut 10 – 12 Personen sehr günstig mitfahren und überall ein- oder aussteigen. Dies ist ein sehr beliebtes Transportmittel. 

Die Strecke war sehr abwechslungsreich und wir kamen ins etwa 380 m hohe begrünte und saftige „Gebirge“. Eine Familie sass in ihrem Wohnzimmer beim Mittagessen obwohl erst die Eckmarkierungen standen. Man kann es ja auch so geniessen. Am Nachmittag wurde es regnerisch und wir kamen ins Bundesland Guerrero.

Guerrero besitzt einen sehr langen wunderschönen Küstenstrand und parallel dazu verläuft das zerklüftete Gebirge Sierra Madre del Sur. Die Gegend ist geprägt von ländlicher, indigener Armut, gilt als „wilder, dickköpfiger und aufsässiger“ Bundesstaat. Es sind immer noch kleinere Guerillagruppen aktiv aber die Regierung versucht mit Militärkontrollen und –präsenz dies zu beruhigen. Acapulco war unser Ziel. 

Heute musste ich sagen; es war ein guter Tag, denn wir übersahen keinen noch so versteckten Böppel. Ja, die ganze Gegend war vermüllt und die Häuser sehr bescheiden und in einem Küstenort verkauften die Leute Säcke voller Meersalz. Wir entschieden uns die Küstenstrasse Richtung Flughafen zu nehmen. Dies war ein weiser Entscheid. Ohne Böppel fuhren wir an Militär- und Polizeikontrollen vorbei in die Stadt. Auf dieser Seite entstand eine neue Wohnzone mit grossen schönen Hotels und Eigentumswohnungen. Je weiter nördlich wurde alles bescheidener und es gab ein Gewirr von allem Möglichen. Der Verkehr verlief ohne Probleme, nur die Taxis oder Busse drängten, ansonsten kein Gehupe und keine Aggressivität. Wir campten im „Acapulco RV Park“ direkt am Pazifik und neben der Laguna Coyuca.

 

Nun erhielten wir endlich den Verschiffungstermin für unsere „Cajita III“:

Anlieferung bis 30.08.2018, Abfahrt Veracruz-Bremerhaven 5.09.2018 mit der „Höegh Bangkok“ (NOR). Wir organisierten unseren Rückflug und werden, wenn alles rund läuft am Donnerstag 6. September 2018 um 19.30 Uhr in Kloten ankommen und freuen uns riesig die Familie und euch liebe Freunde wieder zu sehen.