26.11. – 4.12.19

Casitas – San Miguel de Allende

 

Es ist wunderschön bei Martin zu campen. Wir geniessen diesen gemütlichen Ort, auch wenn es erstmals heiss ist. Martin lässt heute seine zwei letzten Schildkrötli ins Meer und wir wünschen ihnen eine gute Reise und hoffen, dass sie 20 Jahre später, zur Eierablage, wieder hierher zurückfinden. Er hat jetzt die offizielle Bewilligung, auf einem 13 km langen Sandstrand, die Schildkröten zu schützen. Eine tolle Sache, auch engagiert er sich im Ort für interessante Projekte.

Leider verschlechtert sich das Wetter und es wird diesig, schwül und heiss. So sitzen wir gemütlich mit Martin zusammen und erfahren viel interessantes von der Gegend und der Politik. Pelikane fliegen vorbei und die Raubvögel ziehen ihre Runden und suchen einen Überwinterungsplatz. Nach dem ausgezeichneten Mittagessen machen wir uns bereit für die Weiterreise. Danke Martin für die schöne Zeit und wir wünschen dir alles Gute.

Was für ein Tag! Der Küste und unzähligen Hotels entlang, geht es nordwärts. Wir wollen nach Orizatlan. Im Landesinnern weiden Rinder auf den saftigen Wiesen und bald gibt es nur noch Orangen. Die Bauern laden sie in Depots ab, dann werden sie auf grosse LKW’s für den Weitertransport umgeladen. Für den Zahltag, jeweils am Freitag, stellen sie sich dann beim Patron an. Die Landschaft ist mit weichem hügeligem Gebirge durchzogen und die Strassenverhältnisse wechseln von Region zu Region. Aber eines haben sie alle gemeinsam. Topes!!! Ich sehe bald nichts anderes mehr als Topes! Es geht sehr mühsam vorwärts und ca. 20 km vor unserem Ziel gibt’s kein Durchkommen mehr. Eine Manifestation, für bessere Zustände der Familien, setzt sich fest. An der letzten Kreuzung sahen wir das Auto-Motel «Las Palomas». So entschliessen wir uns, doch einmal in einem solchen zu übernachten. Ein grosses Zimmer erwartet uns mit toller Dusche. Und nein Martin, wir schalteten den Fernseher nicht ein! 300 Pesos, 15.- die Nacht, da kann man nicht viel sagen. Es krabbelt in der Nacht… und wir stellen fest, dass sich eine ganze Ameisenstrasse einen Weg über unser Bett sucht. Kurzerhand nimmt Fredy den Spray heraus und im Hand umdrehen sind sie und die Kakerlake erledigt!!!! Und weiter geht’s mit schlafen, bis uns der Aufpasser um 7.30 Uhr aus dem Bett klopft!

Von irgendwoher holen Autohändler defekte Autos die sie zusätzlich noch mit allerlei Grümpel, wie Fahrräder, Scooter, Motoren etc. beladen haben. Alles ist rostig und ich weiss nicht, wer das alles gebrauchen kann.

Wir nehmen die Mex 105, fahren bei Huejutla an Schreinerwerkstätten, grossen Maisflächen und Hühnerställen vorbei. Für die Hühner stellen sie Sonnendächer, wie Galakäsli, auf. Dann kommen vor allem grosse Haciendas mit Rinderherden und Gauchos, welche die Rinder zusammentreiben und in der Tiefebene wird wieder Zuckerrohr angebaut. Von der Mex 104 biegen wir in die Mex 127 nach El Higo ab und beim Restaurant «El Jabali» essen wir etwas Leckeres. In Aquismon suchen wir den Abzweiger zu den «Sotano de las Golondrinas» (Schwalbenhöhle). Durch den Markt geht es definitiv nicht und die Polizei zeigt uns dann den richtigen Weg. 

Ein tolles Spektakel bekommen wir zu sehen. Um 6.00 Uhr früh steigen wir die steile Steintreppe hinunter. Der «Sotano de las Golondrinas» ist mit 512 m die sechst tiefste Höhle der Welt. Tausende von Schwalben winden sich in grossen Kreisen hoch ans Tageslicht und grüne kleine Papageien gesellen sich dazu. Für den anstrengenden Aufstieg brauchen wir etwas länger. Uffff…

Wir übernachten in Tamasopo in der Nähe der Wasserfälle. Die Wasserfälle sind in eine schöne Anlage eingebettet, welches auch ein beliebtes Ausflugsziel der Mexikaner ist. Man kann baden, den Wasserfall hinunterhangeln, Essen und Trinken, was immer alle gerne machen. Der Ort ist auch voller Hotels und Restaurants. 

Auf der Autostrasse Mex 70 fahren wir nach Rio Verde und erfreuen uns an den verschiedenen Kakteen und speziellen Palmen, denen diese trockene Umgebung passt. Beim Rio Verde liegt schön eingebettet die Laguna «La Luna». Ausnahmsweise dürfen wir hier stehen bleiben und baden in der angenehm warmen Lagune. 

11° am Morgen, Orangen, Tomaten, Kartoffeln und farbige Häuser ziehen an uns vorbei und wir schrauben uns hoch durch bewaldetes Gebirge auf 2'460 m. Es tut gut durch diese wunderschöne Alpenlandschaft zu fahren. Dann nehmen wir die SLP 22 nach Villa de Zaragoza und die Mex 37 nach Villa de Reyes. In Gogorron stehen wir neben einer tollen Hotelanlage und Fredy darf wieder einmal Grillen. In dieser Gegend liegen die riesigen BMW-Produktions-Werkstätten und auch eine gemauerte grosszügige Treibhausanlage. Es gibt zwar einige Wassertümpel, aber ansonsten ist alles sehr trocken. In der Nacht nehmen wir dann gerne wieder die warme Decke zum Schlafen, denn es kühlt ordentlich ab. 

Endlich erreichen wir San Miguel de Allende. Mit viel Glück finden wir diesen super RV-Stellplatz, in der Nähe der Altstadt. Es gibt 12 Stellplätze und die meisten sind von Kanadiern und Amerikaner belegt. Ausserdem stehen 3 Tennisplätze zur Verfügung. Ein toller gepflegter Platz auf dem wir gerne einige Tage bleiben wollen.